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5.3: Das Flüssig-Mosaik-Modell
INHALTSVERZEICHNIS

 

PROTOKOLLE

5.3: Das Flüssig-Mosaik-Modell

Das Flüssig-Mosaik-Modell wurde zunächst als visuelle Darstellungsmethode für Forschungsbeobachtungen vorgeschlagen. Das Modell umfasst die Zusammensetzung und Dynamik von Membranen und dient als Grundlage für zukünftige membranbezogene Forschungen. Das Modell bildet die Struktur der Plasmamembran mit einer Vielzahl von Komponenten ab, zu denen Phospholipide, Proteine und Kohlenhydrate gehören. Diese integralen Moleküle sind locker gebunden, definieren die Grenze der Zelle und bieten für die optimale Funktionsweise Fluidität.

Lipide

Die am häufigsten vorkommende Komponente des Flüssig-Mosaik-Modells sind die Lipide. Zu den Lipiden gehören sowohl Phospholipide als auch Cholesterine. Phospholipide sind amphipathisch und haben sowohl hydrophobe als auch hydrophile Bestandteile. Sie bestehen aus einem hydrophilen (wasserliebenden) Kopf und zwei hydrophoben (wasserabweisenden) Fettsäureschwänzen. Die Phospholipide bilden spontan eine Lipid-Doppelschicht, die das Zellinnere von der Außenseite trennt. Die Lipid-Doppelschicht besteht aus den nach innen gerichteten hydrophoben Schwänzen und den hydrophilen Köpfen, die der wässrigen Umgebung innerhalb und außerhalb der Zelle zugewandt sind. Cholesterine sind eine Klasse von Steroiden, die eine Rolle bei der Regulierung der Membranfluidität und-flexibilität spielen. Die Membranfluidität erleichtert den Transport von spezifischen Molekülen und Ionen durch die Plasmamembran.

Proteine

Der zweite Hauptbestandteil des Mosaik-Modells sind die Proteine. Proteine können unterschiedlich mit der Lipid-Doppelschicht assoziieren. Einige sind beispielsweise vollständig in die Membran integriert, wie sogenannte Integrine, die als Transmembranrezeptoren dienen. Sie transportieren Proteine, welche Moleküle über die Membranen hinwegbewegen. Solche integrierten Proteine bezeichnet man als Membranproteine. Andere Proteine sind hingegen nur auf der Oberfläche der Zelle oder im Zytosol zu finden. Dazu gehören z.B. Östrogenrezeptoren, die als Transmembranrezeptoren dienen. Diese Proteine werden als periphere Proteine bezeichnet.

Kohlenhydrate

Die letzte Komponente des Fluid-Mosaik-Modells sind die Kohlenhydrate. Diese befinden sich auf der äußeren Oberfläche der Membran, wo sie an Proteine gebunden werden, um Glykoproteine zu bilden. Sind sie an Phospholipide gebunden, bilden sie Glykolipide. Diese Kohlenhydrat-Komplexe werden als Glycocalyx bezeichnet. Sie bilden die Zuckerschicht der Zelle. Einige Kohlenhydrate spielen im Mosaik auch eine wichtige Rolle als Marker. Sie ermöglichen es den Zellen, zwischen dem Eigenen (Zellen desselben Organismus) und dem Fremden (eindringende fremde Zellen oder Partikel) zu unterscheiden.

Zusammen bilden diese Komponenten die Plasmamembran einer Zelle. Sie hat in der Regel eine Dicke zwischen fünf und zehn Nanometer. Plasmamembranen interagieren mit ihrer Umgebung, um viele wesentliche Prozesse zur Aufrechterhaltung der Zellfunktion und Homöostase durchzuführen.


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