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28.3: Lebensgeschichten 561
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PROTOKOLLE

28.3: Lebensgeschichten 561

Überblick

Aufgrund begrenzter Energie und Ressourcen müssen die Organismen einen Kompromiss zwischen der Menge der Nachkommen und der elterlichen Investition eingehen. Dieser Kompromiss wird durch zwei primäre Fortpflanzungsstrategien repräsentiert: K-Strategen zeugen wenige Nachkommen, bieten aber eine beträchtliche elterliche Unterstützung,. Dagegen produzieren r-Strategen viel Nachwuchs, der wenig Pflege erhält. Diese Strategien stehen in Zusammenhang mit der Überlebenswahrscheinlichkeit eines Organismuss über seine gesamte Lebensspanne, die durch eine Überlebenskurve dargestellt wird. Organismen weisen drei allgemeine Arten von Überlebenskurven auf, die: zu einem langen Leben neigen (Typ I, K-Strategen), in jedem Alter mit gleicher Wahrscheinlichkeit sterben (Typ II) oder eine hohe frühe Sterblichkeitsrate aufweisen, aber eine lange Lebensspanne, wenn sie bis ins Erwachsenenalter überleben (Typ III, r-Strategen).

Lebensgeschichtliche Strategien spiegeln einen Kompromiss zwischen Nachkommen Quantität und Qualität dar

Die Lebensgeschichte eines Organismus umfasst alle Ereignisse, die während seiner gesamten Lebensspanne auftreten. Dazu gehören Geburt, Entwicklung, Geschlechtsreifung, Fortpflanzung und Tod. Kompromisse, welche die Muster und den Zeitpunkt lebensgeschichtlicher Ereignisse (insbesondere Überleben und Fortpflanzung) über verschiedene Alters- und Entwicklungsstufen hinweg betreffen, stellen unterschiedliche lebensgeschichtliche Strategien dar. R-Strategen und K-Strategen machen deutliche reproduktive Kompromisse zwischen der Anzahl der Nachkommen und dem Niveau der elterlichen Fürsorge oder der Quantität und Qualität der Nachkommen. R-Strategen (r die Rate) neigen dazu, eine hohe Fruchtbarkeit (Reproduktionspotenzial) zu haben und viele Nachkommen zu produzieren, welche weit verstreut sind, wenig elterliche Fürsorge erhalten und eine niedrige frühe Überlebensrate haben. R-Strategen gedeihen typischerweise in unvorhersehbaren Umgebungen, werden früh erwachsen und haben kleine Körper. K-Strategen produzieren weniger Nachkommen und widmen ihnen mehr elterliche Fürsorge als R-Strategen. Ihre Nachkommen haben daher höhere Frühüberlebensraten. K-Strategen gedeihen in einem stabilen Umfeld. Wichtig ist, dass die meisten Organismen keine strengen R-oder K-Strategen sind, sondern irgendwo in einer Reihe dieser Merkmale liegen. Zum Beispiel haben Meeresschildkröten eine lange Lebensdauer und eine starke Konkurrenzfähigkeit (KMerkmal), produzieren aber viele Nachkommen, die wenig elterliche Fürsorge erhalten (r Merkmal).

Überleben und Wachstum der Bevölkerung können anhand von Überlebenskurven und Altersstruktur-Diagrammen veranschaulicht werden

Eine Überlebenskurve zeigt den Prozentsatz der überlebenden Bevölkerung (y-Achse) in verschiedenen Altersintervallen (x-Achse) an. Von den drei allgemeinen Typen von Überlebenskurven entsprechen zwei K-und R-Strategen. K-Strategen, darunter der Mensch und die meisten Primaten und Zootiere, weisen eine Typ-I-Überlebenskurve auf und neigen dazu, im hohen Alter zu sterben. Arten, die eine Typ-II-Überlebensrate aufweisen, haben in jedem Altersintervall die gleiche Überlebenschance. Die Überlebenschancen für Typ II sind sehr theoretisch, es gibt nur wenige Beispiele aus der Praxis. Wasserschlangen, Möwen und Rotkehlchen weisen ziemlich lineare Überlebenskurven auf, während Nagetiere, Kaninchen, viele ausgewachsene Vögel und einige Schildkröten eine sigmoide oder konkave Kurve aufweisen, die sich der Linearität annähert. R-Strategen, darunter Bäume, wirbellose Meerestiere, Fische und einige Insekten, weisen Überlebenskurven vom Typ III auf. Diese Organismen sterben oft jung, aber diejenigen, die bis zum Erwachsenenalter überleben, erreichen im Allgemeinen ein hohes Alter. Die meisten Arten weisen eine Kombination dieser Muster auf. Zum Beispiel kann eine Art, die eine juvenile Überlebensrate vom Typ III aufweist, eine erwachsene Überlebensrate vom Typ II aufweisen. In den Überlebenskurven wird die Anzahl der überlebenden Individuen (y-Achse) oft auf einer logarithmischen Skala aufgetragen, um Pro-Kopf-Effekte (Proportionen) besser darzustellen und Vergleiche mit den idealisierten Typen I, II und III zu ermöglichen.

Ein Altersstrukturdiagramm zeigt den Anteil einer Bevölkerung (x-Achse) in jedem Altersintervall (y-Achse) und kann zur Vorhersage, ob eine Bevölkerung schrumpfen oder wachsen wird, herangezogen werden. Beispielsweise wäre ein größeres Wachstum in einer Bevölkerung mit mehr Frauen und jungen Menschen zu erwarten. Verschiedene Diagrammformen stellen unterschiedliche Muster wahrscheinlicher Bevölkerungsveränderungen (wachsend, stabil oder schrumpfend) dar.


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