15.10
Im Gegensatz zur α-Halogenierung von Aldehyden und Ketonen, die durch Enol- oder Enolat-Zwischenprodukte erfolgt, durchlaufen Carbonsäuren und ihre Derivate solche Reaktionen aufgrund unzureichender Enolisierung nicht ohne weiteres.
Dies liegt daran, dass solche Moleküle unter normalen Bedingungen eine Deprotonierung des saureren Wasserstoffs durchlaufen und dadurch die Enolatbildung hemmen.
α-halogenierte Säuren erhält man durch die Umwandlung der entsprechenden Säuren in ihre Acylhalogenid-Derivate.
Saure Halogenide existieren im Gleichgewicht mit ihren Enolformen. Die Behandlung mit geeigneten halogenierenden Reagenzien, gefolgt von der Hydrolyse, ergibt das gewünschte Produkt.
Eine der Methoden, um dies zu erreichen, ist die Hell-Volhard-Zelinsky-Reaktion, bei der Phosphorhalogenid und ein Halogen verwendet werden, um α-halogenierte Säure zu erhalten.
Bei einem anderen Ansatz reagieren Carbonsäuren mit Thionylchlorid zu Acylchlorid. Die gleichzeitige Reaktion mit einem geeigneten N-Halosuccinimid in Spuren von Halogenwasserstoff und die anschließende Hydrolyse ergibt das gewünschte Produkt.
Im Gegensatz zu Aldehyden und Ketonen nehmen Carbonsäuren nicht ohne weiteres an α-Halogenierungsreaktionen über Enole oder Enolatzwischenprodukte tei…
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