19.13
Bei der Herstellung von primären Aminen erweist sich die direkte Alkylierung von Ammoniak aufgrund der Bildung polyalkylierter Produkte als ineffizient. Um primäre Amine erfolgreich herzustellen, kann die Azidsynthesemethode eingesetzt werden.
Die Reaktion beinhaltet die Umwandlung von Alkylhalogeniden in Alkylazide, gefolgt von der Reduktion zu primären Aminen.
Die Reduktion kann auf zwei Arten erfolgen: durch katalytische Hydrierung oder durch die Verwendung von Lithium-Aluminiumhydrid.
Die Reaktion beginnt damit, dass der nukleophile Stickstoff des Azidanions das Alkylhalogenid auf SN2-Weise angreift, um ein Alkylazid zu erhalten.
Das gebildete Alkylazid fungiert nicht mehr als Nukleophil, wodurch die Bildung von polyalkylierten Produkten gehemmt wird.
Ein Hydridtransfer auf den alkylierten Stickstoff, gefolgt vom Verlust eines Stickstoffmoleküls, bildet das Amid-Ion, das bei Protonierung das primäre Amin ergibt.
Azide können auch mit anderen Elektrophilen reagieren, z. B. ergibt eine Ringöffnungsreaktion eines Epoxids einen Aminoalkohol.
Die Reaktion ist stereoselektiv, da der Angriff des Azid-Ions und der Austritt des Ringsauerstoffs in einer anti-artigen Weise erfolgen, um ein racemisches Produkt zu erhalten.
Durch die direkte Alkylierung von Ammoniak entstehen polyalkylierte Amine sowie ein quartäres Ammoniumsalz. Um ausschließlich primäre Amine herzustell…
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