19.29
Sulfonylchlorid reagiert mit primären und sekundären Aminen zu entsprechenden substituierten Sulfonamiden, aber nicht mit tertiären Aminen, da das Amin keine N-H-Protonen enthält.
Die elektronenentziehende Sulfonylgruppe macht das Sulfonamid N–H-Proton sauer genug, um mit einer Base zu einem wasserlöslichen Salz zu reagieren.
Zur Unterscheidung der Arten von Aminen werden die jeweiligen Amingemische in wässriger Base mit Benzolsulfonylchlorid – auch bekannt als Hinsberg-Reagenz – behandelt. Dies wird als Hinsberg-Test bezeichnet.
Ein primäres Amin reagiert mit Benzolsulfonylchlorid unter Bildung eines N-substituierten Sulfonamidniederschlags, der sich in der Base auflöst, um eine klare Lösung eines wasserlöslichen Salzes zu erzeugen. Ferner fällt die Zugabe einer Säure das N-substituierte Sulfonamid aus.
In ähnlicher Weise reagieren sekundäre Amine mit Sulfonylchlorid zu wasserunlöslichen N,N-disubstituierten Sulfonamiden. Da dieses kein saures Proton hat, bleibt es in der zugesetzten Base unlöslich.
Tertiäre Amine reagieren nicht mit dem Hinsberg-Reagenz und es bildet sich kein Niederschlag.
Der Hinsberg-Test ist eine Methode zur Identifizierung primärer, sekundärer und tertiärer Amine, benannt nach seinem Pionier Oscar Hinsberg. Dabei wer…
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