20.12
Nukleophile Radikale haben eine elektronenabgebende Gruppe, die an das Radikalzentrum gebunden ist.
Diese Radikale reagieren leicht mit elektrophilen Alkenen.
Die Reaktion zwischen einem nukleophilen Radikal und einem elektrophilen Alken wird aufgrund der Wechselwirkungen zwischen dem hochenergetischen SOMO des nukleophilen Radikals und dem niederenergetischen LUMO des elektrophilen Alkens begünstigt.
Diese Wechselwirkungen bilden die Grundlage für reaktive Radikalfallen und beeinflussen die Selektivität in Radikalreaktionen.
Erinnern Sie sich zum Beispiel an die Reaktion zwischen einem Alkylhalogenid und einem Alken in Gegenwart von Tributylzinnhydrid und AIBN.
Wie aus dem Reaktionsmechanismus ersichtlich ist, reagiert das nukleophile Alkylradikal mit einem elektrophilen Alken, wodurch ein neues Radikal entsteht. Dieses neue Radikal kann nun entweder mit dem Alken- oder dem Tributylzinnhydrid reagieren.
Da das Radikal von Natur aus elektrophil ist, wird seine Wechselwirkung mit dem elektrophilen Alken nicht begünstigt. Das elektrophile Radikal abstrahiert also Wasserstoff vom Tributylzinnhydrid und ergibt das Additionsprodukt.
Radikale, die an elektronenabgebende Gruppen angrenzen, werden als nucleophile Radikale bezeichnet. Diese Radikale reagieren leicht mit elektrophilen…
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