16.4
Modifizierte Dosierungsformen oder MR-Dosierungen sind darauf ausgelegt, die Arzneimittelfreisetzung zu verlängern und stabile Plasmaspiegel aufrechtzuerhalten, wodurch Schwankungen im Vergleich zu konventionellen Rezepturen minimiert und die therapeutischen Ergebnisse verbessert werden.
Ihre Bioverfügbarkeit liegt typischerweise unter 100 %, bedingt durch unvollständige Arzneimittelfreisetzung, verlängerte Absorptionsphasen und First-Pass-Metabolismus bei oral verabreichten Medikamenten.
Daher ist es entscheidend, die Bioverfügbarkeit von MR-Formulierungen in vivo zu untersuchen. Diese Studien messen den Anteil der aufgenommenen Medikamente, das mögliche Dosisabfall sowie die Auswirkungen von Nahrung und zirkadianen Rhythmen auf die Medikamentenaufnahme. Einzeldosis-Studien bewerten die Aufnahme, während Mehrdosis-Studien anhaltende therapeutische Werte, stationäre Konzentrationsverhältnisse und prozentuale Schwankungen bewerten.
Sofortfreisetzungsformulierungen und in manchen Fällen orale Lösungen oder Suspensionen dienen als Referenzstandards zum Vergleich bei der Bewertung von MR-Produkten.
Zusätzlich simulieren in-vitro-Bioäquivalenztests in vivo Bedingungen, um Arzneimittelfreisetzungsprofile zu bewerten. Dabei werden biorelevante Lösungsmedien verwendet, wobei Unterschiede im gastrointestinalen pH-Wert, im gefütterten versus nüchternden Zustand sowie das Vorhandensein von Verdauungssekreten berücksichtigt werden.
Arzneiformen mit modifizierter Wirkstofffreisetzung sind so konzipiert, dass sie die Wirkstofffreisetzung über einen verlängerten Zeitraum steuern, wo…
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