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Proliferation ist ein kritischer Teil der Zellfunktion1,2. Die Kontrolle der Proliferation beeinflusst normale Prozesse wie Entwicklung und pathologische Prozesse wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hyperplastisches Wachstum von vaskulären glatten Muskelzellen, zum Beispiel, wird angenommen, dass ein Vorläufer der Arteriosklerose3. Veränderungen in der Zellproliferation werden auch verwendet, um die potenzielle Toxizität neuer Medikamente zu bewerten. Angesichts ihrer weitverbreiteten Wirkung ist die Messung der Proliferation eine tragende Säule vieler Laboratorien auf Zellbiologiebasis.
Die Zellproliferation kann durch einfaches Zählen von Zellen gemessen werden, wenn sich die Zellpopulation von Interesse ziemlich schnell teilt. Bei langsamer wachsenden Zellen ist die Zellanzahl möglicherweise weniger empfindlich. Die Proliferation wird oft durch die Einbindung von markierten Nukleosid-Analogen gemessen. Obwohl der Goldstandard 3H-Thymidin-Einbau ist, kommen viele Laboratorien angesichts der Verfügbarkeit neuerer, nicht-radioaktiver Alternativen von dieser Methode weg. Dazu gehören zytoplasmatische Fluoreszenzfarbstoffe, der Nachweis von Zellzyklus-assoziierten Proteinen und die Einbeziehung nicht-radioaktiver Nukleosid-Analoge wie 5-Brom-2'-Deoxyuridin (BrdU) und 5-Ethynyl-2-Deoxyuridin (EdU)4.
Zytoplasmatische Farbstoffe, wie Carboxyfluorescein-Diacetat-Succinimidylester (CFSE), detektieren die Proliferation, da sich die Intensität des Farbstoffs jedes Mal halbiert, wenn sich die Zelle teilt5. Diese Technik wird häufig in der Durchflusszytometrie für nicht anhaftende Zellen verwendet. Es wurde nicht viel für anhängnisende Zellen verwendet, aber mit der neuen Generation von bildgebenden Plattenlesern kann sich dies ändern. Der Nachweis von Zellzyklus-assoziierten Proteinen durch Antikörper-basierte Techniken (Durchflusszytometrie, Immunhistochemie usw.) wird häufig für Gewebe oder nicht anhaftende Zellen verwendet. Diese Zellen/Gewebe müssen vor der Färbung fixiert und permeabilisiert werden. Nukleosid-Analoga BrdU und EdU ähneln sich in der Annäherung an 3H-Thymidin, jedoch ohne die Unannehmlichkeiten der Radioaktivität. Die Aufnahme von BrdU wird durch Anti-BrdU-Antikörper nachgewiesen, und daher müssen Zellen vor der Färbung fixiert und permeabilisiert werden. Darüber hinaus müssen Zellen mit DNase behandelt werden, um das BrdU-Epitop freizulegen.
Die Einbindung von EdU wird durch Klickchemie erkannt, bei der Alkyn- und Azidgruppen in Gegenwart von katalytischem Kupfer zusammen "klicken". Beide Gruppen können als biosynthetisch eingebautes Molekül oder Detektionsmolekül4dienen. Kommerziell erhältliche Nukleosid-Analoga haben die Alkyngruppe angeschlossen. Bei Proliferationstests wird daher das alkyne-funktionalisierte Nukleosid-Analog durch ein Azid nachgewiesen, das mit einem Fluoreszenzfarbstoff oder einem anderen Marker konjugiert ist. Die Eingemeindung von EdU hat mehrere Vorteile gegenüber BrdU. Erstens, da Alkyn- und Azidgruppen nicht in Säugetierzellen gefunden werden, ist diese Wechselwirkung sehr spezifisch mit einem niedrigen Hintergrund6. Da beide Gruppen klein sind, müssen sich Zellen keiner DNA-Denaturierung unterziehen, um das Nukleosid-Analog zu belichten, wie es für BrdU7erforderlich ist. Schließlich ist Click Chemistry sehr vielseitig und kann für die metabolische Kennzeichnung von DNA, RNA, Protein, Fettsäuren und Kohlenhydraten8,9,10,11verwendet werden. Befindet sich das metabolisch beschriftete Ziel auf der Zelloberfläche, können lebende Zellen als12bezeichnet werden. Darüber hinaus können Zellen für immunfluoreszierende Färbung mit Antikörpern weiterverarbeitet werden.
Das folgende Protokoll beschreibt die Verwendung von EdU-Inkorporation und Klickchemie, um die Proliferation in menschlichen vaskulären glatten Muskelzellen zu messen (Abbildung 1). Wir zeigen drei verschiedene Möglichkeiten auf, wie die Integration von EdU gemessen werden kann, repräsentative Ergebnisse aus jeder und ihre Vor- und Nachteile. Die Messung der Proliferation mittels Klickchemie ist besonders nützlich für anhantibe, langsamer wachsende Zellen. Darüber hinaus ist die Morphologie der Zelle gut gepflegt und auch antikörperbasierte Färbungen können durchgeführt werden.