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Übersichtsartikel

Nicht-invasive Kolorektalkrebs-Screening-Untersuchungen mittels Stuhl- und Bluttests: Belege, Durchführbarkeit und Überlegungen zur Chancengleichheit

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DOI:

10.3791/70478

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18. September 2026

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In diesem Artikel

Zusammenfassung

Diese Übersichtsarbeit bewertet Stuhl- und Blut-basierte Tests zur Darmkrebsvorsorge und erläutert, wie Testleistung, Testakzeptanz, Kapazität der Nachuntersuchung und Gerechtigkeit die Implementierung leiten sollten.

Zusammenfassung

Darmkrebs (CRC) bleibt weltweit eine der Hauptursachen für Krebserkrankungen und Krebstodesfälle. Da die Koloskopie ressourcenintensiv ist und die Teilnahme unvollständig bleibt, spielen nichtinvasive Screening-Tests eine zentrale Rolle bei der Prävention auf Bevölkerungsebene. Dieser Überblick fasst aktuelle Erkenntnisse zu fäkalen immunchemischen Tests (FIT), multimodalen Stuhl-DNA-FIT (mt-sDNA-FIT), multimodalen Stuhl-RNA-FIT (mt-sRNA-FIT) sowie blutbasierten Assays zusammen, wobei der Schwerpunkt auf dem Screening asymptomatischer Personen mit durchschnittlichem Risiko liegt, der Unterscheidung zwischen der Erkennung von Krebs und der Erkennung fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen sowie den betrieblichen Anforderungen, die notwendig sind, um die Testleistung in einen öffentlichen Gesundheitsnutzen umzusetzen. FIT bleibt in vielen Programmen die am besten skalierbare Erstlinienoption, da er kostengünstig, wiederholbar und durch Evidenz aus organisierten Screenings gestützt ist. Seine Leistung hängt vom Hämoglobinschwellenwert, der Probenahme und -behandlung, der Läsionsbiologie, der wiederholten Einhaltung und der Durchführung einer Koloskopie nach einem positiven Ergebnis ab. Molekulare Stuhltests verbessern im Allgemeinen die Einzelanwendungssensitivität für Darmkrebs und fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen, verringern jedoch die Spezifität und erhöhen die Kosten sowie die Nachfrage nach Koloskopien. Blutbasierte Assays könnten die Akzeptanz bei Personen verbessern, die Stuhltests oder Koloskopien ablehnen; aktuelle Evidenz zeigt jedoch eine verminderte Erkennung fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen, was ihren präventiven Nutzen einschränkt, wenn sie als direkter Ersatz für stuhlbasierende Strategien eingesetzt werden. Implementierungshürden treten entlang des gesamten Screening-Weges auf, einschließlich Einladung, Testzugang, Rücksendung der Probe, Laboranalyse, Kommunikation der Ergebnisse, diagnostische Koloskopie, Pathologie, Behandlungszugang und Registrierungsmonitoring. Zukünftige Fortschritte sollten risikoadaptiertes Screening, validierte molekulare und multimodale Biomarker sowie KI-gestützte Triagierung und eine gerechte Programmauslegung priorisieren. Die am besten begründbare Strategie ist nicht die universelle Einführung eines einzelnen Assays, sondern ein ressourcenbasiert gestaffelter Ansatz, der die Screening-Methode an das Bevölkerungsrisiko, die Patientenakzeptanz und die Kapazitäten des Gesundheitssystems anpasst.

Einleitung

Darmkrebs (CRC) ist eine der vermeidbarsten häufigen Krebserkrankungen, da sich viele Fälle über mehrere Jahre über eine nachweisbare Adenom-Karzinom- oder serrierte Neoplasie-Sequenz entwickeln. Schätzungen zur weltweiten Krebsüberwachung deuten darauf hin, dass im Jahr 2022 mehr als 1,9 Millionen neue CRC-Fälle und mehr als 900.000 Todesfälle durch CRC auftraten, wodurch CRC zu einer der führenden Ursachen für krebsbedingte Morbidität und Mortalität weltweit zählt1. Prognosen legen nahe, dass die absolute Belastung weiter ansteigen wird, bedingt durch Bevölkerungswachstum, Alterung der Bevölkerung, Lebensstiländerungen, Adipositas, Ernährungsfaktoren und ungleichen Zugang zu präventiven Maßnahmen1,2. Diese Entwicklungen sind besonders bedeutsam für Gesundheitssysteme mit begrenzter Endoskopiekapazität, fragmentierter Primärversorgung oder geringer Teilnahme an organisierten Früherkennungsprogrammen.

Ein Screening ist klinisch nur dann wertvoll, wenn es als kompletter Prozess funktioniert. Ein Test muss Personen mit Darmkrebs oder klinisch bedeutsamen Vorstufen-Läsionen identifizieren, die Ergebnisse wirksam kommunizieren und zeitnahe diagnostische Koloskopie, histopathologische Untersuchung, Therapie sowie langfristige Registrierung und Nachverfolgung ermöglichen. Die Koloskopie bleibt das entscheidende diagnostische und therapeutische Verfahren, da sie die Identifizierung, Biopsie und Entfernung zahlreicher Vorstufen-Läsionen erlaubt. Allerdings ist sie invasiv, kostspielig, abhängig von geschultem Personal und einer hochwertigen Darmspülung und für manche Personen weniger akzeptabel. Daher setzen Bevölkerungsprogramme zunehmend auf nicht-invasive, stuhl- oder blutbasierte Tests, um die Reichweite zu erhöhen, insbesondere unter Erwachsenen mit durchschnittlichem Risiko, die kein aktuelles Screening durchgeführt haben3,4,5.

Dieser Überblick konzentriert sich hauptsächlich auf die Vorsorgeuntersuchung bei asymptomatischen Bevölkerungsgruppen mit durchschnittlichem Risiko. Die diagnostische Einstufung von Symptomen, die Überwachung nach Polypektomie sowie die Vorsorge bei erblichen oder hochgradig risikobehafteten Erkrankungen werden nur dann erörtert, wenn dies zur Klarstellung der Interpretation erforderlich ist. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sich die Testleistung und die klinischen Konsequenzen je nach Anwendungskontext unterscheiden. Eine FIT-Schwelle, die zur Priorisierung symptomatischer Patienten für eine dringende Koloskopie verwendet wird, darf nicht auf die gleiche Weise interpretiert werden wie eine wiederholte FIT-Strategie in einem organisierten Vorsorgeprogramm für asymptomatische Personen. Ebenso darf ein molekularer Test, der an einer Kohorte mit durchschnittlichem Risiko evaluiert wurde, nicht ohne Weiteres auf Überwachungspopulationen übertragen werden, es sei denn, die Zielgruppe wurde separat validiert3,6,7.

Nichtinvasive Technologien zur Darmkrebsvorsorge haben sich rasant weiterentwickelt. Der Immuntest auf okkultes Blut im Stuhl (FIT) weist humanes Hämoglobin im Stuhl nach. Molekulare Stuhltests kombinieren fäkales Hämoglobin mit DNA, RNA, Methylierungsmustern oder anderen mit Neoplasien assoziierten Signalen. Blutbasierte Assays untersuchen zirkulierende, freie DNA, Methylierungsmuster, fragmentomische Merkmale oder andere tumorderivierte Signale. Diese Plattformen unterscheiden sich hinsichtlich biologischer Zielstrukturen, präanalytischer Anfälligkeiten, Kosten, Spezifität, Annahmen über das Intervall sowie Auswirkungen auf die Nachfrage nach Koloskopien. Ein wissenschaftlich sinnvoller Vergleich muss daher die Detektion von Darmkrebs von der Erkennung fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen abgrenzen und sowohl die diagnostische Genauigkeit als auch die Durchführbarkeit der Implementierung bewerten8,9,10,11,12,13,14,15,16,17.

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Überprüfung und Perspektive

Nachweise und Herangehensweise an die Überprüfung

Es wurde eine narrative Evidenzübersicht durchgeführt, um klinisch relevante Literatur zu validierten und neuartigen nicht-invasiven Darmkrebs-Screening-Tests zusammenzufassen. PubMed, Embase, Scopus, Web of Science, regulatorische Dokumente, wichtige Leitlinienaussagen sowie hochrangige Übersichtsartikel wurden herangezogen, um Literatur hauptsächlich aus dem Zeitraum von 2017 bis Juni 2026 zu erfassen; wegweisende frühere Studien wurden berücksichtigt, wenn sie zentrale Nachweise zur diagnostischen Leistung lieferten oder den Kontext für Leitlinien bildeten. Die Suchbegriffe umfassten Darmkrebs-Screening, immunchemischer Stuhltest, Stuhl-DNA, Stuhl-RNA, zirkulierende Tumor-DNA, methyliertes SEPT9, freie DNA, blutbasiertes Screening, fortgeschrittene Adenome, fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen, Adhärenz, koloskopische Nachuntersuchung, Gerechtigkeit, Kosten-Nutzen-Verhältnis, polygenes Risikoscore, Mikrobiom, Multi-Omics und künstliche Intelligenz. Abbildung 1 fasst den Screening-Weg und den Interpretationsrahmen zusammen, der in dieser Übersicht verwendet wurde. Ein verfahrensspezifischer Evidenzrahmen wird in Tabelle 1 bereitgestellt.

Die Evidenz wurde nach Studientypen interpretiert, anstatt über heterogene Studiendesigns hinweg zusammengefasst zu werden. Studien zur diagnostischen Genauigkeit, Evaluierungen von Screening-Programmen, randomisierte Einladungstests zum Screening, Kosten-Nutzen-Modelle, Adhärenzstudien, regulatorische Zusammenfassungen und Implementierungsberichte beantworten unterschiedliche Fragen. Genauigkeitsstudien beschreiben die Testleistung im Vergleich zur Koloskopie oder einem anderen Referenzstandard; Programmbewertungen schätzen die Wirksamkeit unter realen Bedingungen nur dann, wenn der Testabschluss und die anschließende Koloskopie erfolgt sind; ökonomische Modelle hängen stark von Annahmen bezüglich Intervall, Adhärenz, Kostenträgerperspektive und den Kosten der Koloskopie ab. Aufgrund dieser Heterogenität verzichtet die Publikation auf gepoolte Schätzungen und stellt repräsentative Leistungsergebnisse nur dann dar, wenn sie an den spezifischen Assay, die Population und den Referenzstandard gebunden sind5,13,18,19,20,21,22.

Studien zu diagnostischen Wegen bei symptomatischen Patienten wurden nicht mit Studien zur Screening-Untersuchung bei durchschnittlichem Risiko kombiniert. Bei symptomatischen Kollektiven ist die Prätestwahrscheinlichkeit höher, die Überweisungsschwellen sind anders und die weiteren Konsequenzen unterscheiden sich. Ebenso wurden Studien an Hochrisikopopulationen oder Überwachungskollektiven separat behandelt, da vorbestehende Adenome, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, hereditäre Syndrome oder eine starke familiäre Vorgeschichte sowohl das Basisrisiko als auch die akzeptable Nachsorgestrategie verändern. Die praktische Interpretation, die in dieser Übersicht durchgängig verwendet wird, besagt, dass die Testleistung mit der beabsichtigten Anwendung, dem Screening-Intervall, der Adhärenz und der Kapazität zur Durchführung einer Koloskopie nach einem positiven Ergebnis verknüpft sein muss.

Globale Belastung und öffentliche Gesundheitslage

Die öffentliche Gesundheitsbegründung für die Darmkrebsvorsorge ist am stärksten, wenn die Belastung durch vermeidbare Erkrankungen hoch ist und der Vorsorgepfad zuverlässig umgesetzt werden kann. Schätzungen des Globalen Krebsobservatoriums und globale Krebsberichte zeigen eine erhebliche Inzidenz und Mortalität bei Darmkrebs in verschiedenen Regionen, doch allein die Belastung bestimmt nicht den besten Vorsorgetest. Ein Land mit hoher Belastung, aber begrenzter Koloskopiekapazität, könnte einen größeren Nutzen für die öffentliche Gesundheit durch eine FIT-Vorsorge mit hoher Teilnahme erzielen, anstatt durch einen teuren molekularen Test, der mehr positive Ergebnisse liefert, als das System bewältigen kann. Umgekehrt kann in Situationen, in denen die Stuhlprobensammlung eine wesentliche Hürde für die Teilnahme darstellt und die Koloskopiekapazität ausreicht, das Anbieten zusätzlicher validierter Optionen die Durchführung der Vorsorge erhöhen3,4,5.

Die Organisation von Programmen ist ebenso wichtig wie die Auswahl der Tests. Daten aus dem globalen Repository für Krebsfrüherkennungsprogramme zeigen, dass die Daten zu Krebsfrüherkennungsprogrammen in vielen Ländern unvollständig sind, insbesondere bei Pfadindikatoren wie der Abdeckung von Einladungen, der Teilnahme, der Positivitätsrate, der diagnostischen Nachverfolgung und der Behandlungsanbindung23. Diese Lücken erschweren den Vergleich von Teststrategien zwischen Regionen. Die Screening-Politik sollte daher auf den Engpässen entlang des Versorgungspfads basieren: Identifizierung der in Frage kommenden Erwachsenen, Durchführung des Tests, Rücksendung oder Bearbeitung der Probe, Kommunikation der Ergebnisse, Sicherstellung einer Koloskopie nach einem positiven Ergebnis sowie Nachverfolgung der Behandlungsoutcomes. Ohne diese Schritte können selbst hochsensible Tests die Inzidenz oder Mortalität von Darmkrebs möglicherweise nicht senken.

Randomisierte und programmatische Belege unterstreichen den Unterschied zwischen Testeffizienz und Programmwirksamkeit. Die randomisierte Darmkrebsvorsorgeuntersuchung zeigte, dass die Einladung zur wiederholten FIT-Untersuchung eine höhere Teilnahme erreichte als die Einladung zu einer einmaligen Koloskopie und in der Intention-to-screen-Analyse nach 10 Jahren hinsichtlich der Darmkrebssterblichkeit nicht unterlegen war, während die Ergebnisse nach Protokoll für eine durchgeführte Koloskopie sprachen5. Beobachtungsdaten aus organisierten Vorsorgeprogrammen verbinden FIT-basierte Programme ebenfalls mit einer Verringerung der Darmkrebssterblichkeit und einer Verschiebung hin zu früheren Krankheitsstadien24,25,26. Diese Befunde stützen den FIT als praktische Bevölkerungsstrategie und betonen gleichzeitig, dass wiederholte Teilnahme und Nachuntersuchung mittels Koloskopie unverzichtbar sind.

Immunchemischer Test auf okkultes Blut im Stuhl

FIT bildet die Grundlage der meisten skalierbaren, nicht-invasiven Darmkrebs-Screeningprogramme. Es verwendet Antikörper, die spezifisch für menschliches Globin sind, und vermeidet somit die diätetischen Einschränkungen, die bei älteren, auf Guajak basierenden Tests für okkultes Blut im Stuhl erforderlich sind. FIT ist kostengünstig, kann an die Teilnehmer per Post versandt werden, quantifiziert werden und jährlich oder alle zwei Jahre wiederholt werden. Seine wesentliche Einschränkung ist biologischer Natur: Die Blutung aus neoplastischen Läsionen erfolgt intermittierend, und fortgeschrittene Adenome können unregelmäßiger bluten als etablierte Karzinome. Folglich weist FIT in der Regel eine bessere Leistung bei Darmkrebs als bei fortgeschrittenen präkanzerösen Läsionen auf8,9,26.

Die Leistung von FIT variiert aus mehreren Gründen. Erstens bestimmen die Positivitätsschwellen das Verhältnis zwischen Sensitivität und dem Bedarf an Koloskopien. Niedrigere Grenzwerte für okkultes Blut im Stuhl ermöglichen die Erkennung einer größeren Anzahl von Erkrankungen, erhöhen jedoch die Rate falsch-positiver Ergebnisse und führen zu einem höheren Bedarf an diagnostischen Koloskopien. Höhere Schwellenwerte schonen die verfügbaren Ressourcen für Koloskopien, übersehen aber mehr Läsionen. Zweitens beeinflussen die Stabilität der Probe und die Handhabung die gemessene Hämoglobinkonzentration, insbesondere bei verzögerter Transportzeit oder hohen Temperaturen. Drittens unterscheiden sich Strategien mit einer oder zwei Proben hinsichtlich der Positivitätsrate und der Erkennungsleistung. Viertens beeinflussen die Lokalisation der Läsion, das Tumorstadium, das Geschlecht, das Alter, die Medikamenteneinnahme und das Basisrisiko die Konzentration von Hämoglobin im Stuhl und damit die Sensitivität8,9,10,26.

Analytisch hängt der Häm-Immuntest (FIT) von der Erhaltung menschlicher Globine im Sammelmedium ab. Verzögerte Rückgabe, Hitzeeinwirkung, unzureichende Probenentnahme und Heterogenität des Stuhls können die messbare Hämoglobinkonzentration verringern, während nicht-neoplastische Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt zu positiven FIT-Ergebnissen führen können, auch bei Abwesenheit von kolorektalem Karzinom (CRC) oder fortgeschrittenen präkanzerösen Läsionen. Diese Einschränkungen erklären, warum Schwellenwerte, Kit-Anweisungen, Transportzeiträume und laborinterne Qualitätskontrollen entscheidende Faktoren für die Testleistung darstellen und nicht als nebensächliche technische Details angesehen werden sollten8,9.

Der Unterschied zwischen Screening und symptomatischer Triage ist zentral. Beim Screening von Personen mit durchschnittlichem Risiko ist der immunologische Test auf okkultes Blut im Stuhl (FIT) eine wiederholte Bevölkerungsintervention, die darauf abzielt, die Inzidenz und Mortalität von kolorektalem Karzinom (CRC) durch die frühe Erkennung und Entfernung von Vorläuferläsionen zu verringern. In symptomatischen Versorgungswegen dient FIT als Triage-Instrument, um die Durchführung einer Koloskopie bei Patienten mit möglichen CRC-Symptomen zu priorisieren. Leitlinien zur Anwendung von FIT bei Symptomen definieren spezifische Schwellenwerte und Maßnahmen zur Überweisung, doch diese Schwellenwerte sollten nicht ohne Weiteres auf asymptomatische Screening-Programme übertragen werden7.

Die Wirksamkeit des FIT hängt auch von Verhalten und Systemgestaltung ab. Eine jährliche oder zweijährliche Testung verhindert Krankheiten nur, wenn Einzelpersonen die Tests wiederholt durchführen und positive Ergebnisse durch eine Koloskopie abgeklärt werden. Das Ausbleiben einer Koloskopie nach einem positiven FIT erhöht das Risiko eines krebsbedingten Todes durch Darmkrebs erheblich10. Effektive FIT-Programme erfordern daher genaue Registrierungen, den Versand oder die Verteilung der Testkits in der Klinik, klare Anweisungen, Erinnerungen, Qualitätskontrolle im Labor, schnelle Übermittlung der Ergebnisse, Unterstützung bei auffälligen Befunden sowie ausreichende Kapazitäten für Koloskopien. In Umgebungen mit begrenzten Ressourcen kann es notwendig sein, die Positivitätsschwelle anzupassen, um die Erkennungsrate an die verfügbaren Endoskopiedienste anzupassen und das System nicht zu überlasten.

FIT bleibt aufgrund seiner vergleichsweise geringen Kosten und betrieblichen Flexibilität für Länder mit geringen und mittleren Ressourcen attraktiv. Ein kostengünstiger Test kann jedoch dennoch scheitern, wenn der Versorgungsweg über keine Postsysteme, Laborinfrastruktur, elektronische Erinnerungssysteme, Patientenlenkung oder erschwingliche Koloskopie verfügt. FIT sollte daher nicht einfach nur als ein Test, sondern als ein Programmbestandteil betrachtet werden, dessen Wert von wiederholter Einhaltung und vollständiger diagnostischer Abklärung abhängt.

Mehrere Omics-Stuhl-DNA-FIT-, Multitarget-Stuhl-RNA-FIT- und andere molekulare Stuhltests

Molekulare Stuhltests versuchen die Detektion zu verbessern, indem sie Biomarker messen, die von neoplastischen Zellen in den Stuhl abgegeben werden. Die ursprüngliche mt-sDNA-FIT-Plattform kombinierte fäkales Hämoglobin mit DNA-Methylierungsmarkern, KRAS-Mutationen und weiteren Testkomponenten. In der entscheidenden Studie zum Screening von Personen mit durchschnittlichem Risiko zeigte mt-sDNA-FIT eine höhere Sensitivität als FIT bezüglich Darmkrebs und fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen, wobei die Spezifität niedriger war12. Ein mt-sDNA-FIT-Assay der nächsten Generation berichtete in einer großen Population mit durchschnittlichem Risiko über eine Sensitivität von 93,9 % für Darmkrebs, 43,4 % für fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen und eine Spezifität von 90,6 % für fortgeschrittene Neoplasien; in derselben Studie zeigte FIT bei der untersuchten Schwelle eine geringere Sensitivität sowohl für Darmkrebs als auch für fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen13.

Multitarget-Stuhl-RNA-FIT-Analysen stellen eine weitere molekulare Strategie dar. In einer großen Studie an durchschnittlich risikobehafteten Personen wies ein mt-sRNA-FIT-Assay eine hohe Empfindlichkeit für das Stadium I–III des kolorektalen Karzinoms sowie eine moderate Empfindlichkeit für fortgeschrittene Adenome auf, jedoch mit einer geringeren Spezifität als FIT14. RNA-basierte Marker könnten aktive zelluläre Prozesse erfassen und die Hämoglobin-Messungen ergänzen, erfordern jedoch eine sorgfältige Stabilisierung, Extraktion und Reproduzierbarkeit der Analyse sowie eine sorgfältige Berücksichtigung des Laborablaufs. Diese Anforderungen unterscheiden molekulare Stuhltests von schnellen Point-of-Care- oder einfachen Labor-FIT-Verfahren und beeinflussen deren Anwendung in ressourcenärmeren Umgebungen.

Bei DNA- und RNA-basierten Stuhltests besteht die analytische Herausforderung nicht nur in der Auswahl geeigneter Marker, sondern auch in der Konservierung und Gewinnung von tumorderiviertem Material aus einer heterogenen Stuhlprobe. Neoplastische DNA oder RNA ist mit bakterieller Nukleinsäure, Verdauungsprodukten, DNA nicht-neoplastischer Epithelzellen und Hämoglobin vermischt; Markerabbau, heterogenes Abstoßen, variable Extraktionseffizienz und algorithmische Schwellenwerte können daher die Positivität beeinflussen. Falsch-positive Ergebnisse können auftreten, wenn Hämoglobin oder molekulare Signale auf nicht-avancierte Läsionen, gutartige Blutungen, entzündliche Veränderungen, Hintergrund-Methylierung oder analytische Schwankungen nahe der Cut-off-Grenze zurückzuführen sind. Eine reproduzierbare Anwendung erfordert standardisierte Probensammelgeräte, stabilisierende Chemikalien, Extraktionsprotokolle, festgelegte Klassifikatoren, laborinterne Qualitätskontrolle und externe Validierung, anstatt eine Übertragung von einer Plattform auf eine andere12,13,14,15,16,17,21.

Der zentrale Kompromiss bei molekularen Stuhltests besteht darin, dass eine verbesserte Sensitivität auf Populationsebene nicht automatisch überlegen ist. Eine niedrigere Spezifität erhöht die Anzahl der Personen, die zur Koloskopie überwiesen werden. In einem Umfeld mit hohen Ressourcen kann dies akzeptabel sein, wenn das System eine zeitnahe diagnostische Abklärung ermöglicht. In einem Umfeld mit begrenzter Endoskopiekapazität kann eine niedrigere Spezifität die Koloskopie bei Personen mit dem höchsten Risiko verzögern und die Opportunitätskosten erhöhen. Die Kosteneffektivität hängt daher vom Screeningintervall, den Annahmen zur Testteilnahme, dem Testpreis, den Kosten für die Koloskopie, den Komplikationsraten, der Prävalenz, den Zahlungsbereitschaftsschwellen sowie der Fähigkeit des Gesundheitssystems ab, positive Befunde zu bearbeiten18,19,27.

Molekulare Stuhltests sind am besten geeignet, wenn Patienten eine nichtinvasive Untersuchung bevorzugen, wenn die Einhaltung wiederholter FITs gering ist oder wenn eine höhere Empfindlichkeit bei einmaliger Anwendung die zusätzlichen Kosten und die Nachfrage nach Koloskopie rechtfertigt. Sie sind weniger geeignet als universelle Erstlinientests, wenn die Budgets begrenzt sind, Wartezeiten für Koloskopien erheblich sind oder die Laborinfrastruktur nicht verfügbar ist. Da sich die Testplattformen hinsichtlich ihrer Biomarkerzusammensetzung, Probensammelsets, Algorithmen, Positivitätsschwellen und Empfehlungen für Untersuchungsintervalle unterscheiden, sollten die Ergebnisse testweise zu bewerten und nicht verallgemeinernd auf alle molekularen Stuhltests übertragen werden12,13,14,21.

Blutbasierte Assays

Blutbasierte CRC-Screening-Assays sind attraktiv, da die Blutentnahme im Rahmen routinemäßiger klinischer Untersuchungen erfolgen kann und für Personen, die die Stuhlprobenentnahme oder Koloskopie ablehnen, möglicherweise akzeptabler ist. Aktuelle Plattformen bewerten zellfreie DNA, Methylierungssignale, tumorderivierte genomische Veränderungen und fragmentomische Merkmale. Das Potenzial für die öffentliche Gesundheit liegt in einer höheren Teilnahmequote bei bisher nicht untersuchten Personen; die Hauptbedenken betreffen, ob verbesserte Abschlussraten den geringeren Nachweis fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen ausgleichen22,28,29,30.

Die prospektive Studie zur Darmkrebsvorsorge bei Personen mit durchschnittlichem Risiko, die einen blutbasierten Test auf zellfreie DNA in einer Bevölkerung mit durchschnittlichem Risiko untersuchte, berichtete über eine Sensitivität von 83,1 % für Darmkrebs, eine Spezifität von 89,6 % für fortgeschrittene Neoplasien und eine Sensitivität von 13,2 % für fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen22. Die Zusammenfassung der FDA betont, dass positive Ergebnisse eine Koloskopie erfordern und dass ein negatives Bluttestergebnis Darmkrebs oder fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen nicht ausschließt28. Diese Zahlen verdeutlichen die zentrale Einschränkung: Aktuelle Bluttests können viele bereits etablierte Krebserkrankungen nachweisen, erfassen jedoch deutlich weniger entfernbare präkanzeröse Läsionen als vorsorgeorientierte molekulare Stuhltests oder die Koloskopie.

Die biologische Grenze einer blutbasierten Screening-Methode zeigt sich am deutlichsten bei fortgeschrittenen präkanzerösen Läsionen. Diese Läsionen sind gewöhnlich kleiner, bleiben oft auf die Mukosa beschränkt und setzen im Vergleich zu invasiven Karzinomen nur geringe Mengen veränderter DNA in das Plasma frei. Jedes schwache, von Vorstufen stammende Signal wird durch die hohe Menge an nicht-neoplastischer zellfreier DNA verdünnt, und spezifitätserhaltende Schwellenwerte können die Empfindlichkeit für Vorstufen weiter verringern. Daher sollte eine akzeptable Empfindlichkeit für Krebs bei einem blutbasierten Test nicht als Hinweis auf ein gleichwertiges Präventionspotenzial interpretiert werden, da die Prävention stark davon abhängt, fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen vor der Invasion zu erkennen und zu entfernen17,22,27,28,31.

Methyliertes SEPT9 und andere plasmabasierte Methylierungsansätze lieferten einen frühen Nachweis des Konzepts für die blutbasierte Darmkrebs-Detektion, zeigten jedoch begrenzte Leistung bei präkanzerösen Läsionen und eingeschränkten Einfluss auf die Vorscreening-Anwendung29,30. Neuere blutbasierte Ansätze könnten die Detektion verbessern, indem sie Methylierung, cfDNA-Fragmentierung, Proteinmarker und maschinelle Lernklassifikatoren kombinieren. Eine breite Implementierung sollte jedoch auf prospektiven Studien in der Zielgruppe, langfristigen Intervallkrebs-Daten, der Durchführung von Nachuntersuchungs-Koloskopien und der Kosteneffektivität unter realistischen Annahmen zur Therapietreue basieren18,19,31.

Blutbasierte Tests sollten daher als Ergänzungen oder Alternativen für Personen betrachtet werden, die andernfalls nicht untersucht würden, und nicht als direkter Ersatz für FIT, mt-sDNA-FIT, mt-sRNA-FIT oder eine Koloskopie. Ihre am besten begründbare Rolle liegt in der gemeinsamen Entscheidungsfindung, wenn Patienten bevorzugte stuhlbasierende oder bildgebende Untersuchungsmethoden ablehnen oder nicht abschließen. Wie bei Stuhltests ist ein positives Bluttestergebnis nicht diagnostisch; es muss eine Koloskopie auslösen, um den Screening-Prozess abzuschließen3,4.

Chancengleichheit und Umsetzung entlang des Screening-Prozesses

Gerechtigkeit sollte entlang des gesamten Screening-Prozesses analysiert werden, anstatt sie nur anhand der Einkommenskategorie eines Landes zu beschreiben. Barrieren können bei der Ermittlung der Berechtigung, der Einladung, der kommunikativen Berücksichtigung der Gesundheitskompetenz, der Testdurchführung, der Stuhlprobenentnahme und -rückgabe, dem Zugang zur Phlebotomie, der Laborverarbeitung, der Ergebnisbenachrichtigung, der Nachuntersuchung mittels Koloskopie, der Pathologie, der Behandlung und der Überwachung auftreten. Jede dieser Barrieren erfordert unterschiedliche Lösungsansätze. Eine geringe Einladungsreichweite könnte Registrierungen und Outreach-Maßnahmen in der Primärversorgung erfordern. Eine geringe Rückgabequote bei Proben könnte vereinfachte Testkits, Erinnerungen, Community-Health-Worker oder Navigationshilfen erfordern. Eine geringe Durchführung von Koloskopien könnte Unterstützung bei der Mobilität, Hilfe bei der Terminplanung, Versicherungsschutz und Kapazitätsplanung erfordern10,23,32,33,34,35,36. Tabelle 2 fasst die Barrieren entlang des Prozesses, die unterstützenden Evidenztypen sowie praktische Konsequenzen für die Testauswahl zusammen.

Regionale und ressourcenbezogene Empfehlungen sollten auf der Diagnose von Engpässen basieren. Wo die Kapazität für Koloskopien der limitierende Faktor ist, können Strategien mit hoher Spezifität, die Kalibrierung der FIT-Schwellenwerte und die Risikostratifizierung wichtiger sein, als die Einzeltest-Sensitivität zu maximieren. Wo die Teilnahme der limitierende Faktor ist, können akzeptablere Tests, versandte Einladungen, kulturell angepasste Kommunikation und Navigationshilfen größere Verbesserungen bewirken als die alleinige Änderung des Tests. Wo die Laborkapazität begrenzt ist, kann FIT realistischer sein als molekulare Stuhl- oder Bluttests. Wo der Zugang zur Therapie eingeschränkt ist, muss die Ausweitung der Vorscreeninguntersuchungen mit der Kapazität von Onkologie, Chirurgie, Pathologie und palliativer Versorgung abgestimmt werden.

Aktuelle Implementierungsstudien verdeutlichen die Heterogenität der Barrieren. Ländliche Bevölkerungsgruppen und jüngere Erwachsene weisen eine geringere FIT-Absolvierungsrate auf, es sei denn, Programme vereinfachen die Verteilung und Rückgabe32. Studien zu FIT-positiven und populationsbasierten Untersuchungen aus Bahrain, Hainan und Taiwan zeigen zudem, dass demografische Merkmale, die Konzentration von fäkalem Hämoglobin, die Vorgeschichte der Vorscreening-Untersuchungen sowie die Organisation des Programms die Positivitätsrate, die Nachverfolgung und die Detektionsrate beeinflussen33,34,35. Während Störungen im Gesundheitssystem, wie beispielsweise während der COVID-19-Pandemie, kann die Durchführung einer diagnostischen Koloskopie nach einem positiven nichtinvasiven Test zurückgehen, was die Wirksamkeit der Vorscreening-Untersuchung gefährdet, selbst wenn der Zugang zum Test weiterhin gegeben ist36.

Bei der Auswahl des Tests müssen auch die Kosten und Opportunitätskosten berücksichtigt werden. Ein teurer Test mag für ausgewählte Patienten klinisch attraktiv sein, könnte jedoch die Gesamtversorgung beeinträchtigen, wenn er Ressourcen verbraucht, die andernfalls eine umfassendere FIT-Ausschreibung, eine erhöhte Koloskopiekapazität oder bessere Patientenlenkung finanzieren könnten. Im Gegensatz dazu könnte ein kostengünstigerer Test unzureichend sein, wenn die Teilnahme weiterhin gering bleibt. Die zentrale Frage der Gerechtigkeit lautet daher nicht, welcher Test die höchste Empfindlichkeit bei einmaliger Anwendung aufweist, sondern welcher Weg pro verfügbarem Ressourceneinsatz die größte Zahl an abgeschlossenen, zeitnahen und gerechten Vorsorgeuntersuchungen ermöglicht.

Die zukünftige Darmkrebsvorsorge wird voraussichtlich stärker an individuellen Risiken ausgerichtet sein. Eine risikoadaptierte Vorsorge kann Alter, Geschlecht, familiäre Vorgeschichte, bisherige Vorsorgeuntersuchungen, Lebensstilfaktoren, Konzentration von Hämoglobin im Stuhl, Komorbiditäten und polygene Risikoscores (PRS) kombinieren, um das Vorsorgealter, den Untersuchungsintervall, die Testmethode und die Überweisungsschwelle festzulegen. PRS haben das Potenzial gezeigt, Personen zu identifizieren, deren Darmkrebsrisiko erheblich von den altersbasierten Durchschnittswerten der Allgemeinbevölkerung abweicht. Ihre Einführung erfordert jedoch eine Kalibrierung über verschiedene genetische Herkunftsgruppen hinweg, transparente Kommunikation, Datenschutzmaßnahmen und Belege dafür, dass die Risikostratifizierung die Gesamtergebnisse verbessert, anstatt bestehende Ungleichheiten zu verschärfen37,38,39.

Ansätze basierend auf dem Mikrobiom und Multi-Omics können die nichtinvasive Detektion verbessern, indem sie mikrobielle Arten, mikrobielle Metaboliten, vom Wirt stammende Methylierungsmarker, RNA-Transkripte, Proteine und fäkalen Hämoglobin integrieren. Mikrobiomveränderungen, die mit Darmkrebs (CRC) assoziiert sind, sind im Stuhl nachweisbar und könnten dabei helfen, Adenome oder frühe Karzinome von normalen Koloskopiebefunden zu unterscheiden. Doch die Reproduzierbarkeit über verschiedene Ernährungsweisen, geografische Regionen, Antibiotika-Exposition, Probenaufarbeitung und Sequenzier-Pipelines hinweg bleibt eine große Herausforderung37,40,41. Multi-Omics-Algorithmen sollten an klinisch relevanten Endpunkten überprüft werden, insbesondere an fortgeschrittenen präkanzerösen Läsionen und Intervallkarzinomen, und nicht nur an etablierten Krebserkrankungen.

Künstliche Intelligenz könnte an mehreren Stellen des Prozesses einen Beitrag leisten. Vorhersagemodelle könnten die Ansprache priorisieren, Personen identifizieren, die wahrscheinlich keine Testkits zurücksenden, Erinnerungen personalisieren, multivariable Risikoscores interpretieren oder zur Qualitätssicherung bei der Koloskopie beitragen. Erste Arbeiten, die routinemäßig verfügbare Blutbild-Daten und maschinelles Lernen nutzen, deuten darauf hin, dass eine Risikostratifizierung einige Fälle von kolorektalem Karzinom erfassen könnte, doch solche Modelle sind kein Ersatz für validierte Screening-Tests und erfordern eine prospektive externe Validierung, bevor sie in Programme implementiert werden37,42. KI-Tools sollten hinsichtlich Kalibrierung, Verzerrung, Erklärbarkeit, klinischer Nützlichkeit und Auswirkungen auf die abgeschlossene Screening-Teilnahme bewertet werden, nicht nur hinsichtlich Diskriminierungsmetriken.

Die wichtigsten wissenschaftlichen Lücken betreffen Längsschnitt- und Implementierungsfragen. Neue Tests sollten nicht nur die Querschnitts-Sensitivität und -Spezifität angeben, sondern auch die Einhaltung über mehrere Runden, die Rate an Intervallkarzinomen, den Nachweis fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen, den Bedarf an Koloskopien, die Belastung durch falsch-positive Ergebnisse, falsch-negative Befunde, die Akzeptanz bei Patienten, Kosten, Auswirkungen auf die Gerechtigkeit sowie die Durchführbarkeit in ressourcenärmeren Umgebungen. Studien zur vergleichenden Wirksamkeit sollten eine realistische Einhaltung modellieren, da ein Test mit mäßiger Sensitivität, den viele Menschen durchführen, einem sensitiveren Test mit geringer Inanspruchnahme überlegen sein kann. Die Zulassung durch die Aufsichtsbehörden und die Markteinführung allein stellen keine ausreichenden Belege für einen Nutzen auf Populationsebene dar.

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Schlussfolgerungen

Die nichtinvasive Darmkrebs-Screening-Methoden sollten hinsichtlich ihrer biologischen Wirksamkeit und der praktischen Durchführbarkeit bewertet werden. Der okkulten Bluttest im Stuhl (FIT) bleibt in vielen organisierten Programmen die am besten skalierbare Option, da er kostengünstig, wiederholbar ist und durch Belege gestützt wird, die eine Senkung der Darmkrebssterblichkeit mit der Programmbeteiligung verbinden. Molekulare Stuhltests verbessern die Detektion von Darmkrebs und fortgeschrittenen präkanzerösen Läsionen b...

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Offenlegungen

Die Autoren geben keine Wettbewerbsinteressen an.

Danksagungen

Finanzierungsangabe: Diese Arbeit wurde von der Natural Science Foundation of Sichuan Province (Förderkennziffer 2024NSFSC0718) unterstützt.

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Referenzen

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