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Dreistufige Methode zur Sturzrisikobewertung für hospitalisierte ältere Erwachsene: Ein praxisorientiertes Protokoll auf der Grundlage des umfassenden geriatrischen Assessments

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DOI:

10.3791/71845

28. August 2026

In diesem Artikel

Zusammenfassung

Dieses Protokoll beschreibt einen dreistufigen Bewertungsweg zur Sturzrisikoabschätzung bei hospitalisierten älteren Erwachsenen, der eine Bewertung der Sturzschwere, die Morse-Sturzskala, die FRAIL-Frailty-Screening und eine multifaktorielle Beurteilung integriert, um eine standardisierte Risikoklassifizierung zu unterstützen und gezielte Maßnahmen entsprechend den Risikofaktoren zu leiten.

Zusammenfassung

Stürze bei älteren Erwachsenen sind auf mehrere miteinander wechselwirkende Faktoren zurückzuführen, wodurch es schwierig ist, dass ein einzelnes Bewertungsinstrument das Sturzrisiko umfassend erfasst. Diese Studie beschreibt ein dreistufiges Protokoll zur Sturzrisikobewertung, das auf der umfassenden geriatrischen Beurteilung basiert und die schrittweise Identifizierung des Sturzrisikos sowie eine standardisierte Risikoklassifizierung bei hospitalisierten älteren Patienten unterstützen soll. Eine deskriptive retrospektive Analyse an einem einzigen Zentrum wurde an prospektiv erhobenen klinischen Daten von 151 hospitalisierten älteren Erwachsenen durchgeführt. Die erste Stufe kombinierte die Morse-Fall-Skala (MFS) mit einer Screening-Methode zur Beurteilung der Sturzschwere. Die zweite Stufe verwendete die FRAIL-Skala, um eine zusätzliche Fragilitätsbewertung bei Teilnehmern durchzuführen, die in der ersten Stufe als geringes Risiko eingestuft wurden. Die dritte Stufe führte eine multifaktorielle Sturzrisikobewertung bei Teilnehmern durch, die in der ersten Stufe als mittleres oder hohes Risiko eingestuft wurden, sowie bei jenen, bei denen in der zweiten Stufe Prä-Fragilität oder Fragilität festgestellt wurde, gefolgt von einer abschließenden Risikoklassifizierung. In der ersten Stufe wurden 94 Teilnehmer (62,2 %) als geringes Risiko, 57 (37,7 %) als mittleres oder hohes Risiko und 17 (11,3 %) mit positivem Ergebnis im Sturzschwere-Screening eingestuft. Von den 94 Teilnehmern, die in die zweite Stufe eingingen, wiesen 23 (15,2 %) auffällige Ergebnisse in der FRAIL-Skala auf. Achtzig Teilnehmer wurden in die dritte Stufe überwiesen. Die endgültige Risikoklassifizierung ergab, dass 80 Teilnehmer (53,0 %) als geringes Risiko, 22 (14,6 %) als mittleres Risiko und 49 (32,5 %) als hohes Risiko eingestuft wurden. Unter den 23 Teilnehmern mit auffälligen Ergebnissen in der FRAIL-Skala wurden nach der Bewertung in der dritten Stufe 15 als mittleres oder hohes Risiko klassifiziert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Protokoll die Identifizierung hospitalisierter älterer Erwachsener mit mittlerem bis hohem Sturzrisiko verbessern könnte und eine Untererfassung verringern könnte; die Leistungsfähigkeit erfordert jedoch weitere Validierungen.

Einleitung

Stürze gehören zu den häufigsten Sicherheitsvorfällen bei älteren Erwachsenen und sind mit Verletzungen, Behinderungen, Mortalität und einem erhöhten Einsatz von Gesundheitsressourcen verbunden1,2. Die Beurteilung des Sturzrisikos ist daher ein zentraler Bestandteil der Sturzprävention1. Obwohl mehrere internationale Leitlinien eine multifaktorielle Beurteilung und individuelle Intervention empfehlen, stellen Stürze weiterhin ein bedeutendes Sicherheitsproblem bei älteren Erwachsenen dar2,3,4,5. Stürze entstehen durch das Zusammenspiel physiologischer, klinischer, medikationsbedingter, funktioneller, verhaltensbezogener und umweltbedingter Faktoren. Ein einzelnes Instrument zur Risikobeurteilung kann schnell einige Personen mit erhöhtem Sturzrisiko identifizieren; es ist jedoch schwierig, mit nur einem Instrument alle mit Stürzen assoziierten Risikofaktoren umfassend zu erfassen6,7,8. Daher bleibt die Etablierung eines systematischen, mehrstufigen Ansatzes zur Beurteilung des Sturzrisikos eine wichtige Herausforderung in der Sturzprävention und -versorgung älterer Menschen.

Die Durchführung einer umfassenden Beurteilung bei jedem älteren Patienten im Krankenhaus kann ressourcenintensiv sein, während die alleinige Verwendung eines einzigen Screening-Scores dazu führen kann, dass relevante Risikofaktoren unzureichend erfasst werden. Im Gegensatz zu einem Ansatz, der auf einem einzelnen Bewertungsinstrument basiert, kombiniert die vorgeschlagene dreistufige Methode eine schnelle Erstbefragung mit einer ergänzenden Fragilitätsbeurteilung und einer gezielten multifaktoriellen Analyse für Personen, die eine weitergehende Evaluation erfordern. Dieser schrittweise Ansatz soll die Effizienz einer Erstbefragung bewahren und gleichzeitig eine umfassendere Beurteilung ermöglichen, wenn dies angezeigt ist. Durch die Integration eines progressiven Screenings mit einer gezielten Beurteilung bietet das Protokoll einen standardisierten Arbeitsablauf, der die systematische Identifizierung von Risiken und die endgültige Risikoklassifizierung unterstützt und gleichzeitig risikofaktorbasierte Interventionen leitet.

Basierend auf den World Guidelines for Falls Prevention and Management for Older Adults3, der umfassenden geriatrischen Beurteilung und der klinischen Praxis wurde in dieser Studie eine dreistufige Methode zur Bewertung des Sturzrisikos sowie ein dazugehöriges operatives Protokoll für hospitalisierte ältere Erwachsene entwickelt. Das übergeordnete Ziel dieses Protokolls besteht darin, einen standardisierten und reproduzierbaren Arbeitsablauf für die schrittweise Identifizierung des Sturzrisikos, die endgültige Risikoklassifizierung und die risikofaktorbezogene gestufte Intervention bereitzustellen. Im Vergleich zur Anwendung einer umfassenden Beurteilung bei allen hospitalisierten älteren Erwachsenen oder zur alleinigen Nutzung eines einzelnen Screening-Instruments soll das stufenweise Protokoll eine Balance zwischen der Effizienz der Beurteilung und einer gezielten, umfassenden Evaluation herstellen, wenn eine zusätzliche Beurteilung erforderlich ist. Das Protokoll ist für die stationäre geriatrische Versorgung sowie für andere Krankenhausumgebungen mit geschulten Beurteilern und den erforderlichen Beurteilungsinstrumenten konzipiert.

Protokoll

Das Protokoll und die Analyse wurden von dem Medizinischen Ethikkomitee des Wuyunshan-Krankenhauses in Hangzhou (Hangzhou Health Promotion Research Institute) genehmigt (Ethikgenehmigungsnummer 2023 Medical Research Review Nr. 007). Von allen Teilnehmenden oder ihren gesetzlichen Vertretern wurde vor der Einschreibung eine schriftliche informierte Einwilligung eingeholt. Die personenbezogenen Daten der Teilnehmenden wurden getrennt vom Forschungsdatensatz gespeichert, um die Vertraulichkeit zu gewährleisten. Alle Methoden wurden gemäß den einschlägigen Leitlinien und ethischen Grundsätzen durchgeführt, einschließlich der Deklaration von Helsinki von 1964 und deren späteren Änderungen. Die Studie wurde im National Medical Research Registry registriert (MR-33-23-035548).

1. Vorbereitung der Teilnehmer

  1. Aufnahmekriterien
    1. Nehmen Sie einen Teilnehmer nur auf, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind: (1) Alter ≥65 Jahre; (2) klare Bewusstseinslage und Fähigkeit, die Beurteilungen unabhängig oder mit Unterstützung eines Betreuers abzuschließen; und (3) Zustimmung zur Durchführung einer Sturzrisikobewertung und zum zugehörigen Interventionsmanagement.
  2. Ausschlusskriterien
    1. Schließen Sie einen Teilnehmer aus, wenn eine der folgenden Bedingungen vorliegt: (1) eine schwere akute Erkrankung oder ein kritischer Zustand, der die Durchführung der Beurteilung verhindert; (2) schwere kognitive Beeinträchtigung oder abnormes psychisches Verhalten, die eine Zusammenarbeit bei der Beurteilung unmöglich machen; oder (3) unvollständige erforderliche Daten.

2. Erste Ebene: Erstprüfung des Risikos

  1. Verwenden Sie die Morse-Fallskala (MFS) als universelles Screening-Verfahren der ersten Ebene für alle berechtigten Teilnehmer. Wenn eine Sturzgeschichte festgestellt wird, führen Sie die Schwerebewertung des Sturzes durch.
    ​Morse Fall Scale (MFS)
    1. Wenden Sie die MFS bei jedem berechtigten Teilnehmer an. Bewerten und dokumentieren Sie alle sechs MFS-Items, bevor Sie die Gesamtpunktzahl berechnen und die Weiterleitungsregeln anwenden9.
    2. Bewerten Sie Indikator Eins: Sturzgeschichte. Fragen Sie, ob der Teilnehmer in den letzten 3 Monaten gestürzt ist. Vergeben Sie 25 Punkte bei „ja“ und 0 Punkte bei „nein“. Dokumentieren Sie alle Stürze, die im letzten Jahr aufgetreten sind, für die in Schritt 2.2 beschriebene Schwerebewertung des Sturzes.
    3. Bewerten Sie Indikator Zwei: Sekundäre medizinische Diagnose. Ermitteln Sie, ob mehr als eine medizinische Diagnose dokumentiert ist. Vergeben Sie 15 Punkte bei „ja“; andernfalls vergeben Sie 0 Punkte.
    4. Bewerten Sie Indikator Drei: Nutzung von Gehhilfen. Fragen Sie nach und beobachten Sie, ob der Teilnehmer Krücken, einen Gehstock oder einen Rollator verwendet. Vergeben Sie 15 Punkte, wenn eines dieser Hilfsmittel genutzt wird. Vergeben Sie 30 Punkte, wenn der Teilnehmer sich beim Gehen an Möbeln festhält.
    5. Bewerten Sie Indikator Vier: Intravenöse Therapie. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer eine intravenöse Kanüle hat oder eine intravenöse Infusion erhält. Vergeben Sie 20 Punkte bei „ja“; andernfalls vergeben Sie 0 Punkte.
    6. Bewerten Sie Indikator Fünf: Gangbild und Mobilität. Beobachten Sie das Gangbild des Teilnehmers während einer sicheren Mobilisation. Vergeben Sie 10 Punkte bei einem schwachen Gangbild und 20 Punkte bei einem beeinträchtigten Gangbild gemäß den Definitionen der MFS.
    7. Bewerten Sie Indikator Sechs: Bewusstsein über eigene Einschränkungen. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer seine individuellen Mobilitätseinschränkungen und den Bedarf an Unterstützung erkennt. Vergeben Sie 15 Punkte, wenn der Teilnehmer seine Einschränkungen überschätzt oder vergisst; andernfalls vergeben Sie 0 Punkte.
  2. Schwerebewertung des Sturzes
    1. Führen Sie die Schwerebewertung des Sturzes bei Teilnehmern durch, die in den letzten zwölf Monaten einen oder mehrere Stürze angeben10.
    2. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer in den letzten zwölf Monaten zwei oder mehr Stürze erlitten hat.
    3. Ermitteln Sie, ob ein Sturz eine Verletzung verursacht hat, die medizinische Behandlung erforderte.
    4. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer nach einem Sturz nicht eigenständig aufstehen konnte und Hilfe einer anderen Person benötigte.
    5. Ermitteln Sie, ob es während eines Sturzes zum Bewusstseinsverlust oder zu einem vermuteten Synkope kam.
    6. Dokumentieren Sie die Schwerebewertung des Sturzes als positiv, wenn eines der Kriterien in den Schritten 2.2.2–2.2.5 erfüllt ist. Andernfalls dokumentieren Sie das Ergebnis als negativ.
  3. Berechnung der MFS-Punktzahl und Anwendung der Weiterleitungsregeln
    1. Berechnen Sie die Gesamtpunktzahl der MFS nach Abschluss aller sechs MFS-Items.
    2. Klassifizieren Sie den Teilnehmer als geringes Risiko bei einer MFS-Punktzahl von 0–24, mittleres Risiko bei einer Punktzahl von 25–44 oder hohes Risiko bei einer Punktzahl von ≥459.
    3. Wenden Sie die vorgegebene dreistufige Weiterleitungsregel an, nachdem die standardmäßige MFS-Risikokategorie dokumentiert wurde.
    4. Weiterleitung des Teilnehmers auf die dritte Ebene, wenn die Gesamtpunktzahl der MFS ≥25 beträgt oder die Schwerebewertung des Sturzes positiv ist.
    5. Weiterleitung des Teilnehmers auf die zweite Ebene, wenn die Gesamtpunktzahl der MFS <25 beträgt und die Schwerebewertung des Sturzes negativ ist.

3. Ebene: Ergänzende Fragilitätsscreening

  1. Wenden Sie die zweite Stufe bei Teilnehmenden mit einem MFS-Gesamtwert von <25 und einem negativen Schweregrad-Screening für Stürze an.
  2. FRAIL-Frühmarktorientierter Alterungszustand (FRAIL Frailty Scale)
    1. Wenden Sie die chinesischsprachige Version der FRAIL-Skala an, die von Wei et al.11 übersetzt und validiert wurde. Bewerten und dokumentieren Sie alle fünf Items, bevor Sie den Gesamtwert berechnen. Jedes Item wird mit 0 oder 1 punktiert. Die Beurteilung basiert auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmenden, ohne Messgeräte zu verwenden.
    2. Bewertung des Indikators Eins: Müdigkeit. Fragen Sie, ob die teilnehmende Person sich in der vergangenen Woche meistens oder fast ständig müde gefühlt hat. Vergeben Sie 1 Punkt, wenn die Antwort ja lautet.
    3. Bewertung des Indikators Zwei: Widerstandskraft (Treppensteigen). Fragen Sie, ob die teilnehmende Person Schwierigkeiten hat, eine Treppe (eine Etage) hinaufzusteigen, ohne ein Hilfsmittel, die Unterstützung einer anderen Person oder eine Pause in der Mitte zu nutzen. Vergeben Sie 1 Punkt, wenn die Antwort ja lautet.
    4. Bewertung des Indikators Drei: Gehfähigkeit. Fragen Sie, ob die teilnehmende Person Schwierigkeiten hat, eine Strecke von einem Häuserblock (100 m) zurückzulegen, ohne ein Hilfsmittel oder die Unterstützung einer anderen Person zu nutzen. Vergeben Sie 1 Punkt, wenn die Antwort ja lautet.
    5. Bewertung des Indikators Vier: Krankheitsstatus. Verwenden Sie die verifizierte Diagnoseliste aus Schritt 2.1.3 und fragen Sie nur nach ärztlich diagnostizierten Erkrankungen, die noch nicht dokumentiert sind. Ermitteln Sie, ob die teilnehmende Person mehr als fünf der folgenden Erkrankungen aufweist: Hypertonie, Diabetes, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Krebs (ausgenommen geringfügiger Hautkrebs), congestive Herzinsuffizienz, Asthma, Arthritis, chronische Lungenerkrankung, Nierenerkrankung oder Angina pectoris. Vergeben Sie 1 Punkt, wenn die teilnehmende Person mehr als fünf dieser Erkrankungen hat.
    6. Bewertung des Indikators Fünf: Gewichtsabnahme. Fragen Sie, ob die teilnehmende Person im vergangenen Jahr oder einem kürzeren Zeitraum einen Gewichtsverlust von ≥5 % ihres Körpergewichts hatte. Vergeben Sie 1 Punkt, wenn die Antwort ja lautet.
  3. Berechnung der FRAIL-Wertung und Festlegung des weiteren Vorgehens
    1. Berechnen Sie nach Abschluss aller fünf Bewertungspunkte die Gesamtpunktzahl der FRAIL-Skala.
    2. Klassifizieren Sie die teilnehmende Person als nicht gebrechlich („not frail“), wenn die FRAIL-Wertung 0 beträgt, als vorgebreechlich („prefrail“) bei einem Wert von 1–2 oder als gebrechlich („frail“) bei einem Wert von 3–511.
    3. Behalten Sie Teilnehmende mit einer FRAIL-Wertung von 0 im direkten Niedrigrisikoweg bei.
    4. Leiten Sie Teilnehmende mit einer FRAIL-Wertung von 1–5, was auf Vorstadien der Gebrechlichkeit oder Gebrechlichkeit hindeutet, zur multifaktoriellen Sturzrisikobewertung der dritten Stufe weiter.

4. Dritte Ebene: Multifaktorielle Risikobewertung

  1. Nehmen Sie den Teilnehmer auf der dritten Ebene auf, wenn der Test zur Schweregradbestimmung des Sturzes positiv ist.
  2. Nehmen Sie den Teilnehmer in die dritte Stufe auf, wenn der Test zur Fall-Schweregrad-Bestimmung negativ ist und die Gesamtpunktzahl des MFS ≥25 beträgt.
  3. Tragen Sie die Versuchsperson auf der dritten Ebene ein, wenn der Test zur Beurteilung der Sturzschwere negativ ist und die Gesamtpunktzahl des MFS <25 und der FRAIL-Score liegt zwischen 1 und 5.
  4. Multifaktorielle Sturzrisikobewertung für ältere Erwachsene
    1. Wenden Sie die von Chen et al. entwickelte, publizierte chinesischsprachige Sturzrisikobewertungsskala für ältere Erwachsene an.12.
    2. Bewerten Sie alle 10 Hauptindikatoren und 36 Nebenindikatoren, bevor die Gesamtpunktzahl berechnet wird.
      ​HINWEIS: Das Instrument wurde an 200 hospitalisierten älteren Erwachsenen evaluiert. Die ursprüngliche Studie berichtete über Cronbachs α Werte von 0,714–0,789, S-CVI/Ave-Werte von 0,962–1,000, KMO-Werte von 0,698–0,791 und signifikante Bartlett-Tests (P < 0.001)12.
  5. Beurteilungsvorsichtsmaßnahmen
    1. Überprüfen Sie die Qualifikationen der Prüfer
      1. Verwenden Sie vier examinierte Krankenschwestern oder -pfleger mit dem beruflichen Titel Oberkrankenschwester/-pfleger oder höher, die über mindestens 10 Jahre klinische Erfahrung verfügen.
      2. Organisieren Sie vor Beginn der Beurteilungen ein dreitägiges Schulungsprogramm, das von der leitenden Krankenschwester der Rehabilitationsabteilung geleitet wird.
      3. Schulung zu MFS, FRAIL-Skala, Sturzrisikobewertungsskala für ältere Erwachsene, Body-Mass-Index (BMI), Handgriffkraft, Wadenumfang, Fünfmal-Aufsteh-Test, 3-Meter-Timed-Up-and-Go-Test und Standbalance-Test einbeziehen.
      4. Verwenden Sie standardisierte Arbeitsanweisungen und Demonstrationsvideos während der gesamten Schulung.
      5. Jeder Beurteiler muss eine praktische Prüfung bestehen und Übereinstimmung mit dem Ausbildungsleiter hinsichtlich der Beurteilungsverfahren und der Bewertungsskala nachweisen.
    2. Verwendung der gepaarten Beurteilung und standardisierter Anweisungen
      1. Weisen Sie zwei Pflegekräfte jedem Teilnehmer zur Beurteilung zu.
      2. Weisen Sie einer Krankenschwester die Durchführung der Interview- und Dokumentationsbasierten Beurteilungen zu.
      3. Weisen Sie die zweite Krankenschwester die instrumentenbasierten Beurteilungen durchführen an.
      4. Überprüfen Sie die Ergebnisse der kombinierten Bewertung, bevor Sie die endgültige Risikostufe zuweisen.
      5. Verwenden Sie für jeden Teilnehmer dieselben standardisierten Anweisungen und Arbeitsabläufe.
    3. Sicherheit und Verträglichkeit für die Teilnehmer gewährleisten
      1. Führen Sie alle Interview- und Beobachtungsbeurteilungen durch, bevor Sie die gerätebasierten Beurteilungen durchführen.
      2. Ermöglichen Sie es einem Betreuer, aus Sicherheitsgründen in der Nähe zu bleiben, lassen Sie jedoch nicht zu, dass der Betreuer bei der Durchführung des Tests hilft.
      3. Fallpräventive Maßnahmen während der gesamten Untersuchung aufrechterhalten.
      4. Führen Sie die Beurteilung innerhalb von 30 Minuten durch.
      5. Dokumentieren Sie den Grund, wenn ein Teilnehmer aufgrund einer körperlichen Einschränkung keine instrumentenbasierte Beurteilung absolvieren kann, und weisen Sie die vorgegebene Punktzahl zu, anstatt das Ergebnis als fehlende Daten zu erfassen.
  6. Bewertungsmaterialien
    1. Verwenden Sie eine Körperhöhen- und -gewichtswaage, einen Handkraftdynamometer, ein Maßband, einen standardisierten Stuhl mit Armlehnen, einen standardisierten Stuhl ohne Armlehnen (Sitzhöhe: 46 cm; Armlehnenhöhe: 21 cm), eine 3-m-Wegmarkierung, eine Stoppuhr, Auswertungsformulare, Papier und einen Stift.
    2. Verwenden Sie die vom Hersteller aufgeführten Modelle, Spezifikationen und Zugangsangaben in der Tabelle der Materialien.
  7. Durchführung der multifaktoriellen Beurteilung
    1. Verwenden Sie für diagnosebasierte Angaben die vom behandelnden Arzt auf Basis fachärztlicher Dokumentation gestellten Diagnosen und überprüfen Sie diese während des aktuellen Krankenhausaufenthalts erneut.
    2. Verwenden Sie die verifizierte Krankenakte als Bewertungsgrundlage, wenn die Angabe des Teilnehmers von der Krankenakte abweicht.
      1. Indikator Eins: Alter (maximal 6 Punkte)
        1. Überprüfen Sie das Alter des Teilnehmers anhand der klinischen Unterlagen.
        2. Vergeben Sie 2 Punkte für Teilnehmer im Alter von 65–74 Jahren.
        3. Weisen Sie Teilnehmern im Alter von 75–84 Jahren 4 Punkte zu.
        4. Weisen Sie 6 Punkte für Teilnehmer ab einem Alter von ≥85 Jahren zu.
      2. Indikator zwei: Sturzgeschichte (maximal 10 Punkte)
        1. Verwenden Sie die verifizierte Sturzgeschichte, die in Schritt 2.1.2 erfasst wurde.
        2. Weisen Sie 5 Punkte zu, wenn der Teilnehmer einen Sturz erlitten hat.
        3. Weisen Sie 10 Punkte zu, wenn der Teilnehmer zwei oder mehr Stürze erlitten hat.
    3. Indikator drei: Kognitive Funktion (maximal 8 Punkte)
      1. Verwenden Sie das in Schritt 2.1.7 aufgezeichnete Bewertungsergebnis, um zu bestimmen, ob der Teilnehmer die eigene Fähigkeit überschätzt oder die eigenen Einschränkungen vergisst.
      2. 4 Punkte vergeben, wenn eine der beiden Bedingungen vorliegt.
      3. Wenden Sie das lokal angepasste chinesische Mini-Cog-Verfahren an, das in Tabelle 113.
      4. Weisen Sie 6 Punkte zu, wenn die Mini-Cog-Wertung ≤3 beträgt.
        1. Weisen Sie stattdessen 8 Punkte zu, wenn die Demenz durch den behandelnden Arzt auf der Grundlage von Fachdokumentation diagnostiziert und während des aktuellen Krankenhausaufenthalts erneut bestätigt wurde.
        2. 4 Indikator vier: Psychischer/psychologischer Zustand (maximal 6 Punkte)
        3. Fragen Sie: „Haben Sie Angst zu fallen?“
        4. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Teilnehmerin/dem Teilnehmer mit „Ja“ antwortet.
        5. Fragen Sie: „Fühlen Sie sich leicht emotional aufgewühlt?“
        6. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Teilnehmerin/der Teilnehmer mit „Ja“ antwortet.
        7. Fragen Sie: „Haben Sie im letzten Monat oft gedrückt, depressiv oder hoffnungslos gefühlt?“
        8. Fragen Sie: „Haben Sie im vergangenen Monat häufig wenig Interesse oder Freude an Dingen empfunden, die Sie tun?“
      5. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Teilnehmerin/die Teilnehmer beide Fragen mit „Ja“ beantwortet.
        1. Diagnosebasierte Punkte nur vergeben, wenn eine Depression vom behandelnden Arzt auf Grundlage fachärztlicher Dokumentation diagnostiziert und im Rahmen des aktuellen Krankenhausaufenthalts erneut überprüft wurde.
        2. Indikator Fünf: Krankheitsbezogene Symptome (maximal 20 Punkte)
        3. Fragen Sie: „Haben Sie Schwindel oder Drehschwindel?“
        4. Fragen Sie: „Haben Sie Schwindel, Drehschwindel oder eine Eintrübung des Sehvermögens beim Positionswechsel (z. B. beim Aufstehen nach dem Kauern)?“
        5. Weisen Sie 5 Punkte zu, wenn die Versuchsperson bei einer der beiden Fragen mit „Ja“ antwortet.
        6. Fragen Sie: „Haben Sie in der vergangenen Woche die meiste oder ganze Zeit über Müdigkeit verspürt?“
        7. Fragen Sie: „Müssen Sie mehr als die Hälfte des Tages im Bett liegen oder in einem Stuhl sitzen?“
        8. Weisen Sie 5 Punkte zu, wenn eine der beiden Bedingungen vorliegt.
        9. Alternativ wenden Sie den 10-Item-100-Punkte-Chinesischen Barthel-Index an.12,14 wie beschrieben in Tabelle 2.
        10. Weisen Sie 5 Punkte zu, wenn der Barthel-Index-Score ≤70 beträgt.
        11. Fragen Sie: „Haben Sie Taubheitsgefühle, Zittern oder Steifheit in Ihren unteren Extremitäten?“ oder beobachten Sie, ob eine der unteren Extremitäten eine Deformität, Hemiplegie, Behinderung oder ein unsicheres Gangbild aufweist.
        12. 4 Punkte vergeben, wenn ein Befund vorliegt.
        13. Haben Sie Durchfall, häufiges Wasserlassen (tagsüber) >6-mal), Drang oder erhöhte Nykturie (≥2-mal)?“
        14. Weisen Sie 2 Punkte zu, wenn eine der Bedingungen vorliegt.
        15. Fragen Sie: „Haben Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen, frühes Erwachen, wiederholtes Aufwachen, übermäßige Tagesschläfrigkeit oder unzureichenden Schlaf?“
        16. 2 Punkte vergeben, wenn eine der Bedingungen vorliegt.
        17. Diagnosebasierte Punkte nur vergeben, wenn eine Schlafstörung vom behandelnden Arzt anhand fachärztlicher Dokumentation diagnostiziert und im Rahmen des aktuellen Aufenthalts erneut überprüft wurde.
      6. Schmerz bewerten
        1. Fragen Sie: „Haben Sie Schmerzen?“
        2. Verabreichen Sie die numerische Ratingskala 0–10 (NRS-11), wenn der Teilnehmer Schmerzen angibt15. Verweisen Sie auf Tabelle 3 für die NRS-11.
        3. Fragen Sie: „Wenn 0 keine Schmerzen und 10 die stärksten vorstellbaren Schmerzen bedeutet, welche Zahl beschreibt Ihre Schmerzen am besten?“
        4. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn der NRS-11-Score ≥3 beträgt.
        5. 6 Indikator Sechs: Hör- und Sehleistung (maximal 6 Punkte)
  8. Bewertung der Sehfunktion
  9. Fragen Sie: „Können Sie die kleine Schrift in einer Zeitung klar erkennen?“
  10. Fragen Sie: „Tragen Sie eine Brille?“
  11. Wenn der Teilnehmer eine Brille trägt, fragen Sie: „Können Sie mit Ihrer Brille klar sehen?“
  12. Wenden Sie die Klassifizierung der Sehbehinderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, wie beschrieben in Tabelle 416.
  13. Weisen Sie 2 Punkte für einseitige Sehbehinderung zu.
  14. Weisen Sie 4 Punkte für eine beidseitige Sehbehinderung zu.
  15. Weisen Sie keine zusätzliche einseitige Punktzahl zu, wenn die Person die Kriterien für eine beidseitige Sehbehinderung erfüllt.
  16. 2 Hörvermögen beurteilen
  17. Fragen Sie: „Können Sie mich deutlich hören?“
  18. Fragen Sie: „Tragen Sie ein Hörgerät?“
  19. Hören während der routinemäßigen Kommunikation mittels Flüstern prüfen, unter Bezugnahme auf die studienspezifische Kommunikationsbeurteilung, die in Tabelle 517Schwerhörigkeit bei Flüstern als Hinweis auf eine Hörstörung betrachten.
  20. 1 Punkt für einseitigen Hörverlust vergeben.
  21. Vergeben Sie 2 Punkte für beidseitigen Hörverlust.
  22. Weisen Sie keine zusätzliche einseitige Punktzahl zu, wenn die Versuchsperson die Kriterien für einen beidseitigen Hörverlust erfüllt.
  23. 7 Indikator sieben: Medikationsfaktoren (maximal 6 Punkte)
  24. Überprüfen Sie die Medikationsliste des Teilnehmers auf sedierend-hypnotische Mittel, Antiepileptika, Antipsychotika, narkotische Analgetika, Diuretika, Antihypertensiva, Antiarrhythmika, Antidiabetika, Abführmittel oder Mydriatika.
  25. 2 Punkte vergeben, wenn eine Medikamentenklasse identifiziert wird.
  26. Weisen Sie 6 Punkte zu, wenn zwei oder mehr Medikamentenklassen identifiziert werden.
  27. 8 Indikator Acht: Persönliche und umgebungsbezogene Faktoren (maximal 12 Punkte)
  28. 1 Schuhe und Kleidung beurteilen
  29. Überprüfen Sie, ob die Schuhe und Kleidung des Teilnehmers den Anforderungen zur Sturzprävention entsprechen.
  30. 3 Punkte vergeben, wenn die Anforderungen nicht erfüllt sind.
  31. 2 Beurteilung von Kathetern, Drainageschläuchen und intravenösen Leitungen
  32. Prüfen Sie, ob der Teilnehmer einen Dauerkatheter, Drainageschlauch, zentralvenösen Katheter hat oder eine intravenöse Infusionstherapie erhält.
  33. Weisen Sie 3 Punkte zu, wenn eines davon vorhanden ist.
  34. 3 Beurteilung der Nutzung von Hilfsmitteln zur Mobilität
  35. Bestimmen Sie, ob der Teilnehmer einen Gehstock, Rollator oder Rollstuhl verwendet.
  36. 3 Punkte vergeben, wenn ein Hilfsmittel zur Fortbewegung verwendet wird.
  37. 4 Überprüfung der Wohnsituation und der Unterstützung durch Betreuungspersonen
  38. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer allein lebt.
  39. Ermitteln Sie, ob der Teilnehmer keinen Pflegeperson hat.
  40. Ermitteln Sie, ob der Betreuer des Teilnehmers aufgrund unzureichenden Wissens, fehlender Fähigkeiten, eingeschränkter körperlicher oder psychischer Leistungsfähigkeit nicht in der Lage ist, eine angemessene tägliche Betreuung oder Sicherheitsunterstützung zu gewährleisten.
  41. Weisen Sie 3 Punkte zu, wenn eine der Bedingungen in den Schritten 4.7.8.4.1–4.7.8.4.3 vorliegt.
  42. 9 Indikator neun: Ernährung und körperliche Funktion (maximal 20 Punkte)
  43. 1 BMI bewerten
  44. Messen Sie die Körpergröße und das Körpergewicht des Teilnehmers.
  45. Berechnen Sie den BMI als Gewicht (kg)/Körpergröße (m)2.
  46. Weisen Sie 2 Punkte zu, wenn der BMI >25 kg/m2 oder das Körpergewicht beträgt <44 kg12.
  47. 2 Beurteilung der Handgriffkraft
  48. Messen Sie die Handkraft mithilfe eines Handkraftmessgeräts.
  49. Platzieren Sie die Probandin bzw. den Probanden aufrecht mit ausgestreckten Armen, ohne das Handgelenk oder den Ellbogen zu beugen.
  50. Weisen Sie den Teilnehmer an, maximale Grifffestigkeit auszuüben.
  51. Messen Sie jede Hand einmal und notieren Sie den höheren Wert.
  52. Beenden Sie die Messung, wenn der Teilnehmer nicht kooperieren kann.
  53. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Handgriffkraft <28 kg für Männer oder <18 kg für Weibchen12,18.
  54. 3 Beurteilung des Wadenumfangs
  55. Setzen Sie die Versuchsperson auf einen standardisierten Stuhl mit einer Sitzhöhe von 46 cm.
  56. Positionieren Sie die Hüft- und Kniegelenke an 90°.
  57. Messen Sie den maximalen Umfang jeder Wade mithilfe eines Maßbandes.
  58. Notieren Sie die größere Messung.
  59. Weisen Sie 2 Punkte zu, wenn der Wadenumfang beträgt <34 cm für Männchen oder <33 cm für Weibchen12,18.
  60. 4 Beurteilung der Muskulaturkraft der unteren Extremitäten
  61. Messen Sie die Zeit, die benötigt wird, um den Fünfmal-Aufsteh-Test zu vervollständigen.
  62. Sicherheitsschutz zulassen, aber nicht zulassen, dass eine andere Person bei der Bewegung hilft.
  63. 4 Punkte vergeben, wenn die Durchführungszeit ≥11 s beträgt oder der Teilnehmer den Test aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht absolvieren kann12.
  64. Verweisen Sie auf Tabelle 6 für das detaillierte Prüfverfahren.
  65. 5 Beweglichkeit beurteilen
  66. Messen Sie die Zeit, die für die Durchführung des 3-Meter-Timed-Up-and-Go-Tests (TUG) benötigt wird.
  67. 5 Punkte vergeben, wenn die Durchführungszeit ≥12 s beträgt, der Proband ein unsicheres Gangbild zeigt oder der Proband den Test aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht absolvieren kann12.
  68. Verweisen Sie auf Tabelle 7 für das detaillierte Prüfverfahren.
  69. 6 Beurteilen der Gleichgewichtsfähigkeit
  70. Messen Sie die Zeitspanne, während der der Teilnehmer mit beiden Füßen zusammenstehend stehen bleiben kann.
  71. Vergeben Sie 5 Punkte, wenn die Stehzeit beträgt <10 s oder bis der Teilnehmer den Test aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht abschließen kann12.
  72. Verweisen Sie auf Tabelle 8 für das detaillierte Testverfahren.
  73. 10 fallbezogene Gesundheitskompetenzen (maximal 6 Punkte)
  74. 1 Beurteilung des Verständnisses von Sturzrisikofaktoren
  75. Fragen Sie: „Wissen Sie, welche Risikofaktoren zu einem Sturz führen könnten?“
  76. Berechnen Sie den Anteil der von dem Teilnehmer korrekt identifizierten persönlichen Risikofaktoren.
  77. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Teilnehmerin bzw. der Teilnehmer mit „Ich weiß nicht“ antwortet oder identifiziert <60 % der während der Beurteilung identifizierten Risikofaktoren.
  78. Berechnen Sie den Anteil korrekt identifizierter Risikofaktoren als (Anzahl korrekt identifizierter persönlicher Risikofaktoren ÷ insgesamt bewertete persönliche Risikofaktoren × 100%.
  79. Stufen Sie den Teilnehmer als unzureichendes Verständnis aufweisend ein, wenn der berechnete Anteil <60%.
  80. 2 Überprüfung des Verständnisses von Maßnahmen zur Sturzprävention
  81. Fragen Sie: „Wissen Sie, wie man Stürze vermeiden kann?“
  82. Berechnen Sie den Anteil der vom Teilnehmer identifizierten anwendbaren Sturzpräventionsmaßnahmen.
  83. Vergeben Sie 2 Punkte, wenn die Teilnehmerin bzw. der Teilnehmer mit „Ich weiß nicht“ antwortet oder identifiziert <60 % der Präventionsmaßnahmen, die auf die identifizierten Risikofaktoren des Teilnehmers anwendbar sind.
  84. 3 Überprüfung des Wissens über die Notfallreaktion nach einem Sturz
  85. Fragen Sie: „Wenn Sie stürzen, wissen Sie, was Sie tun müssen?“
  86. Vergleichen Sie die mündliche Antwort des Teilnehmers mit den fünf vorab festgelegten Wissenspunkten, die in Tabelle 9. Erfordern keine physische Demonstration.
  87. Weisen Sie 2 Punkte zu, wenn die Teilnehmerin/die Teilnehmer „Ich weiß es nicht“ antwortet oder weniger als 3 der 5 Wissenspunkte benennt.<60%).
TestabschnittDurchführungBewertung
GedächtnisWählen Sie drei nicht miteinander verbundene Wörter aus (z. B. rot, Fahne, Baum). Lesen Sie die Wörter laut vor und weisen Sie die Versuchsperson an, sie sofort zu wiederholen und sich später daran zu erinnern.Die unmittelbare Wiedergabe der Wörter wird nicht bewertet.
UhrzeichnenBitten Sie die Versuchsperson, auf einem leeren Blatt Papier eine Uhr zu zeichnen, die eine vorgegebene Uhrzeit anzeigt (z. B. 11:10).Vergeben Sie 1 Punkt für ein vollständiges Zifferblatt, 1 Punkt für die korrekte Anordnung aller Zahlen und 1 Punkt für die korrekte Positionierung von Stunden- und Minutenzeiger.
Verzögerte ErinnerungNach Abschluss der Uhrzeichenaufgabe bitten Sie die Versuchsperson, sich an die drei zuvor genannten Wörter zu erinnern.Vergeben Sie 0 Punkte, wenn keine Wörter erinnert werden, 1 Punkt bei Erinnerung an 1–2 Wörter und 2 Punkte bei Erinnerung an alle 3 Wörter. Addieren Sie die Punktzahlen für die verzögerte Erinnerung und das Uhrzeichnen, um eine Gesamtpunktzahl von 0–5 Punkten zu erhalten.

Tabelle 1: Standardisierte Durchführung und Bewertung des Mini-Cog. Durchführungsverfahren und Bewertungskriterien für das lokal angepasste chinesische Mini-Cog-Verfahren, das in diesem Protokoll verwendet wurde. Die Bewertungsmethode entsprach der Version, die im Studienkrankenhaus angewendet wurde, und unterschied sich von dem standardisierten Mini-Cog-Algorithmus. Die Gesamtpunktzahl wurde während der multifaktoriellen Beurteilung verwendet.

Nr.TätigkeitVollständig unabhängigErfordert etwas UnterstützungErfordert erhebliche UnterstützungVollständig abhängig
1Essen1050
2Baden50
3Pflege der Körperhygiene50
4An- und Ausziehen1050
5Darmkontrolle1050
6Blasenkontrolle1050
7Toilettenbenutzung1050
8Überführung vom Bett zum Stuhl151050
9Laufen auf ebenem Untergrund151050
10Treppensteigen und -gehen10500

Tabelle 2: Chinesischer Barthel-Index (10-Item, 100-Punkte-Version). Der chinesische 10-Item, 100-Punkte umfassende Barthel-Index zur Beurteilung der funktionellen Abhängigkeit. Die Gesamtpunktzahl reicht von 0 bis 100, wobei höhere Werte für eine größere Selbstständigkeit stehen. In diesem Protokoll erhielten Teilnehmer mit einem Barthel-Index-Wert ≤70 fünf Punkte für das Sturzrisiko während der multifaktoriellen Bewertung. Diese vorgegebene, studienspezifische Grenze wurde als objektive Alternative zu subjektiven Fragen bezüglich anhaltender Müdigkeit und verlängerter Bettruhe oder Sitzruhe verwendet, da klinische Beobachtungen zeigten, dass einige Teilnehmer die Schwere ihrer Schwäche, Ermüdung oder funktionellen Einschränkungen bei der Selbsteinschätzung unterschätzten. Diese Grenze darf nicht als standardmäßige Kategorisierungsgrenze für Barthel-Abhängigkeit interpretiert werden. Die verwendete chinesische Version war der validierte 10-Item, 100-Punkte umfassende Barthel-Index, wie von Hou et al.14 berichtet.

PunktzahlSchmerzintensität
0Keine Schmerzen
1–3Leichte Schmerzen
4–6Mäßige Schmerzen
7–10Starke Schmerzen

Tabelle 3: Chinesische numerische Ratingskala (NRS-11). Die chinesischsprachige 11-Punkte-numerische Ratingskala (NRS-11), die zur Beurteilung der aktuellen Schmerzintensität verwendet wird. Die Teilnehmer bewerten ihren gegenwärtigen Schmerz auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (der stärkste sich vorstellbare Schmerz). In diesem Protokoll erhielten Teilnehmer mit einem NRS-11-Wert ≥3 im Rahmen der multifaktoriellen Bewertung zwei Punkte für das Sturzrisiko. Die Bewertung basierte auf der standardisierten NRS-11, wie sie von Hjermstad et al.15 beschrieben wurde.

Sehschärfe-GradBesserer Sehschärfe-Wert des besseren Auges nach KorrekturSehfeld (besseres Auge)Funktionelle Auswirkung
Leichte Sehbehinderung<6/12 (0,5) aber ≥6/18 (0,3)Keine EinschränkungLeichte Beeinträchtigung feiner Tätigkeiten (z. B. Lesen von Kleingedrucktem)
Mittlere Sehbehinderung<6/18 (0,3) aber ≥6/60 (0,1)Keine EinschränkungBeeinträchtigung des täglichen Lebens (z. B. Kochen und Reisen)
Schwere Sehbehinderung<6/60 (0,1) aber ≥3/60 (0,05)≤20°Schwere Einschränkung der Selbstversorgung
Blindheit<3/60 (0,05)≤10°Nicht in der Lage, unabhängig zu leben, ohne Unterstützung oder Hilfsmittel

Tabelle 4: Klassifizierung der Sehbehinderung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Klassifizierungskriterien für Sehbehinderungen basierend auf der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die bestkorrigierte Sehschärfe im besseren Auge und, falls zutreffend, Kriterien des Gesichtsfeldes verwendet. In diesem Protokoll wurde die WHO-Klassifizierung verwendet, um einseitige oder beidseitige Sehbehinderungen zu identifizieren. Teilnehmer mit einseitiger Sehbehinderung erhielten 2 Sturzrisikopunkte, während Personen mit beidseitiger Sehbehinderung 4 Sturzrisikopunkte erhielten. Diese Sturzrisikoscores stellen studienspezifische operationelle Kriterien dar und sind kein Bestandteil der WHO-Klassifizierung.

HörschweregradDurchschnittliche Hör-Schwellenwerte im besseren Ohr (dB HL)Studienbezogene Auswirkungen auf die tägliche Kommunikation
Normales Hören<20Keine oder sehr geringe Hörbeeinträchtigungen.
Leichte Schwerhörigkeit20 bis <35Kann Schwierigkeiten haben, leise Sprache oder Sprache in lauten Umgebungen zu verstehen.
Mittelschwere Schwerhörigkeit35 bis <50Schwierigkeiten beim Verstehen normaler Konversationssprache.
Deutlich ausgeprägte Schwerhörigkeit50 bis <65Schwierigkeiten, an Gesprächen ohne Verstärkung teilzunehmen.
Schwere Schwerhörigkeit65 bis <80Versteht im besseren Ohr gewöhnlich nur laute Sprache.
Sehr schwere Schwerhörigkeit80 bis <95Sehr eingeschränkte Wahrnehmung von Sprachlauten.
Vollständige (totale) Taubheit≥95Keine Wahrnehmung von Sprachlauten.

Tabelle 5: WHO-Hörschwerigkeitskategorien und studienspezifische Kommunikationsbeschreibungen. Die Kategorien für Hörverlust und die entsprechenden Schwellenwerte basieren auf der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO).17 Die Beschreibungen zur Kommunikation wurden vom Studienteam angepasst und entsprechen nicht den Definitionen der WHO; eine Tonschwellenaudiometrie wurde nicht durchgeführt. In diesem Protokoll erhielt eine einseitige Schwerhörigkeit 1 Sturzrisikopunkt und eine beidseitige Schwerhörigkeit 2 Sturzrisikopunkte. Diese Sturzrisikoscores stellen studienspezifische operationelle Kriterien dar und sind kein Bestandteil der WHO-Klassifikation.

TestanforderungenVorsichtsmaßnahmen
1. Setzen Sie die Versuchsperson auf einen Stuhl ohne Armlehnen, wobei der Rumpf so aufrecht wie möglich ist und Hüften sowie Knie etwa im 90°-Winkel gebeugt sind. Die Arme werden über der Brust gekreuzt, wobei jede Hand auf der gegenüberliegenden Schulter ruht.
2. Weisen Sie die Versuchsperson an, fünfmal hintereinander so schnell wie möglich vollständig aufzustehen und sich wieder hinzusetzen.
3. Beginnen Sie mit der Zeitmessung, sobald das Gesäß der Versuchsperson nach dem Startbefehl die Sitzfläche verlässt.
4. Beenden Sie die Zeitmessung, wenn die Versuchsperson nach der fünften Wiederholung eine vollständige Standposition erreicht hat.
1. Verwenden Sie einen Stuhl ohne Armlehnen mit einer Sitzhöhe von 46 cm.
2. Beenden Sie den Test, wenn die Versuchsperson physische Unterstützung zum Aufstehen benötigt oder den Test nicht sicher durchführen kann.
3. Falls die gemessene Zeit zwischen 10 und 11 s liegt, wiederholen Sie den Test einmal nach einer Ruhepause von 1 Minute und notieren Sie das bessere Ergebnis.

Tabelle 6: Vorgehen beim Fünfmal-Aufstehen-und-Setzen-Test. Standardisiertes Vorgehen zur Durchführung des Fünfmal-Aufstehen-und-Setzen-Tests (FTSST) zur Beurteilung der funktionellen Kraft der unteren Extremitäten. Die Zeitmessung beginnt, sobald der Gesäßbereich der Versuchsperson nach dem Startkommando den Sitz verlässt, und endet, wenn die Versuchsperson die fünfte Aufstehbewegung abgeschlossen hat. In diesem Protokoll weist eine Testdauer von ≥11 s auf eine verminderte Kraft der unteren Extremitäten und ein erhöhtes Sturzrisiko hin. Das Testverfahren, einschließlich des Wiederholungstests bei 10–11 s, folgt der von Chen et al.12 beschriebenen Methode.

TestanforderungenVorsichtsmaßnahmen
1. Weisen Sie die Versuchsperson an, ihre gewöhnliche Fußbekleidung zu tragen. Hilfsmittel dürfen verwendet werden, wenn sie normalerweise für die Fortbewegung erforderlich sind.
2. Platzieren Sie die Versuchsperson auf einem Standardstuhl mit Armlehnen, wobei der Rücken an der Rückenlehne anliegt.
3. Beginnen Sie mit der Zeitmessung, sobald das Gesäß der Versuchsperson nach dem Startbefehl die Sitzfläche verlässt.
4. Weisen Sie die Versuchsperson an, so schnell und sicher wie möglich bis zur 3-m-Marke zu gehen, nachdem beide Füße die Linie überschritten haben, dort zu wenden, zum Stuhl zurückzukehren und sich hinzusetzen.
5. Beenden Sie die Zeitmessung, sobald die Versuchsperson wieder in der sitzenden Position angekommen ist.
1. Verwenden Sie einen Stuhl mit Armlehnen, einer Sitzhöhe von 46 cm und einer Armlehnenhöhe von 21 cm.
2. Beenden Sie den Test, wenn die Versuchsperson nicht in der Lage ist, sicher mitzuwirken oder das Verfahren sicher abzuschließen.
3. Wenn die gemessene Zeit 11–12 s beträgt, wiederholen Sie den Test nach einer Ruhepause von 1 Minute einmal und notieren Sie das bessere Ergebnis.

Tabelle 7: Dreimeter-Timed-Up-and-Go-Testverfahren. Standardisiertes Verfahren zur Durchführung des Dreimeter-Timed-Up-and-Go-Tests (TUG) zur Beurteilung der funktionellen Mobilität und des Sturzrisikos. Die Zeitmessung beginnt, sobald der Gesäßbereich der Versuchsperson nach dem Startbefehl die Sitzfläche verlässt, und endet, wenn die Versuchsperson wieder die sitzende Position eingenommen hat. In diesem Protokoll deutet eine Testdauer von ≥12 s auf ein erhöhtes Sturzrisiko hin. Das Testverfahren, einschließlich des Kriteriums für eine Wiederholungsmessung im Bereich von 11–12 s, folgte der von Chen et al.12 beschriebenen Methode.

TestanforderungenVorsichtsmaßnahmen
1. Test mit zusammenstehenden Füßen: Weisen Sie die Versuchsperson an, mit beiden Füßen nebeneinander und dicht beieinander zu stehen und diese Position bis zu 10 s beizubehalten.
2. Halb-tandemmäßiger Stand: Weisen Sie die Versuchsperson an, mit der Fußwölbung eines Fußes die Großzehe des anderen Fußes zu berühren und diese Position bis zu 10 s beizubehalten.
3. Tandemstand: Weisen Sie die Versuchsperson an, einen Fuß direkt vor den anderen zu stellen, sodass die Ferse des vorderen Fußes die Zehen des hinteren Fußes berührt, und diese Position bis zu 10 s beizubehalten.
1. Bleiben Sie während der gesamten Untersuchung neben der Versuchsperson, um Stürze zu verhindern.
2. Entfernen Sie Gehhilfen nur, wenn dies sicher möglich ist.
3. Leisten Sie keine physische Unterstützung, während die Zeitmessung des Tests erfolgt.
4. Beenden Sie die Untersuchung, wenn die Versuchsperson nicht kooperieren kann oder nicht sicher ohne Gehhilfe stehen kann.

Tabelle 8: Verfahren für den progressiven Stehbalancetest. Standardisiertes Verfahren zur Beurteilung des statischen Stehgleichgewichts anhand von zunehmend anspruchsvolleren Stehpositionen. Die Untersuchung umfasst die Standpositionen mit zusammenstehenden Füßen (Feet Together), halb in Tandemstellung und in vollständiger Tandemstellung. In diesem Protokoll deutet die Unfähigkeit, eine der Testpositionen 10 Sekunden lang beizubehalten, auf eine beeinträchtigte Balance und ein erhöhtes Sturzrisiko hin. Während der gesamten Untersuchung steht der Prüfer neben dem Teilnehmer, um Stürze zu verhindern. Gehhilfen dürfen nur dann entfernt werden, wenn dies sicher ist; während der Zeitmessung sollte keine physische Unterstützung geleistet werden. Das Verfahren und die Interpretation wurden angepasst nach Chen et al.12.

Wissenspunkte zur Selbstrettung nach einem SturzWissenspunkte zur Hilfesuche
1. Erkennen, wann der Teilnehmer versuchen darf, wieder aufzustehen: Wenn keine Bewegungseinschränkung und keine Schmerzen bestehen, kann der Teilnehmer entweder eine Selbstrettung durchführen oder mit Unterstützung aufstehen.
2. Erkennen, wann der Teilnehmer nicht versuchen sollte, wieder aufzustehen: Wenn Bewegungen schwierig oder schmerzhaft sind, sollte der Teilnehmer in der ursprünglichen Position verbleiben, unnötige Bewegungen vermeiden und um Hilfe rufen, während er auf Unterstützung wartet.
3. Beschreiben, wie man sicher wieder aufsteht: Das Sechs-Schritte-Verfahren zur Selbstrettung umfasst: (1) in gebeugter Position nach dem Sturz verharren; (2) sich allmählich in Bauchlage drehen; (3) einen stabilen Stuhl oder Handlauf finden; (4) sich daran langsam hochziehen; (5) sich auf den Stuhl setzen; und (6) Hilfe holen.
4. Erkennen, wann Hilfe benötigt wird: Der Teilnehmer sollte Hilfe suchen, wenn er nicht sicher aufstehen kann oder wenn Bewegungen schwierig oder schmerzhaft sind.
5. Beschreiben, wie in der jeweiligen Umgebung Hilfe gesucht werden kann: (1) Zuhause: Hilfe von Familienmitgliedern, Nachbarn oder Gemeindearbeitern einholen. (2) In der Gemeinschaft oder öffentlichen Räumen: Hilfe von Familienmitgliedern, anwesenden Personen, der Polizei oder dem Rettungsdienst erbitten. (3) Im Krankenhaus: Hilfe von medizinischem Fachpersonal, Pflegekräften oder anderen Patienten suchen.

Tabelle 9: Wissensüberprüfung zur Notfallreaktion nach einem Sturz. Studienspezifische Kenntnispunkte zur Notfallreaktion, die verwendet wurden, um das Verständnis der Teilnehmer für das eigenständige Aufstehen nach einem Sturz und das Einholen von Hilfe während der multifaktoriellen Beurteilung zu überprüfen. Die Tabelle fasst empfohlene Maßnahmen zum eigenständigen Aufstehen nach einem Sturz sowie geeignete Methoden zum Hilfeseekn in häuslicher, gemeindlicher und klinischer Umgebung zusammen. Die Teilnehmer gaben ihre Antworten mündlich ab; eine physische Demonstration war nicht erforderlich. Die Tabelle diente während der Beurteilung nicht als Lehrmittel. Diese Verfahren wurden auf der Grundlage des Studienprotokolls und der klinischen Notfallreaktionsverfahren entwickelt und sind kein Bestandteil einer standardisierten oder unabhängig validierten Bewertungsskala.

5. Endgültige Risikoeinstufung zuweisen und Maßnahmen konfigurieren

  1. Risikostufe zuweisen
    1. Stufen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer als geringes Risiko ein, wenn der Schweregrad-Test für Stürze negativ ist, die Gesamtpunktzahl des MFS <25 beträgt und die FRAIL-Score 0 ist.
    2. Stufen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer als geringes Risiko ein, wenn der Schweregrad-Test für Stürze negativ ist und die Punktzahl der multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe 0–20 beträgt.
    3. Stufen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer als mittleres Risiko ein, wenn der Schweregrad-Test für Stürze negativ ist und die Punktzahl der multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe 21–40 beträgt.
    4. Stufen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer als hohes Risiko ein, wenn der Schweregrad-Test für Stürze positiv ist.
    5. Stufen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer als hohes Risiko ein, wenn die Punktzahl der multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe ≥41 beträgt.
    6. Weisen Sie die Teilnehmerin oder den Teilnehmer der höheren Risikostufe zu, wenn verschiedene Bewertungskriterien auf unterschiedliche Risikostufen hinweisen3,10,12.
  2. Interventionen konfigurieren
    1. Bestimmen Sie die Intensität der Intervention entsprechend der endgültigen Risikostufe der Teilnehmerin oder des Teilnehmers.
    2. Wählen Sie Interventionskomponenten entsprechend den spezifischen Risikofaktoren aus, die während der multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe identifiziert wurden.
    3. Geben Sie jeder Teilnehmerin oder jedem Teilnehmer eine grundlegende Aufklärung zur Sturzprävention.
    4. Geben Sie jeder Teilnehmerin oder jedem Teilnehmer Anleitung zur körperlichen Aktivität.
    5. Geben Sie jeder Teilnehmerin oder jedem Teilnehmer Hinweise zur Umweltsicherheit.
    6. Bieten Sie gezielte Interventionen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, die als mittleres Risiko eingestuft wurden.
    7. Bieten Sie eine multidisziplinäre Betreuung für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die als hohes Risiko eingestuft wurden.
    8. Verweisen Sie auf Abbildung 1 für den vollständigen Algorithmus zur endgültigen Risikoklassifizierung.
    9. Verweisen Sie auf Tabelle 10 für die Interventionsstrategie, die jeder endgültigen Risikostufe entspricht.

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Abbildung 1. Dreistufiger Algorithmus zur Bewertung und Klassifizierung des Sturzrisikos. Bitte klicken Sie hier, um eine vergrößerte Version dieser Abbildung anzusehen.

Flussdiagramm zur dreistufigen Bewertung des Sturzrisikos bei älteren hospitalisierten Erwachsenen. Teilnahmeberechtigte Personen durchlaufen zunächst eine Sturzschwere-Bewertung mittels der Morse Fall Scale (MFS). Personen mit einem positiven Ergebnis bei der Sturzschwere-Screeninguntersuchung oder einer MFS-Gesamtpunktzahl ≥25 werden direkt zur multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe weitergeleitet. Teilnehmer mit einem negativen Ergebnis bei der Sturzschwere-Screeninguntersuchung und einer MFS-Gesamtpunktzahl <25 unterziehen sich einer FRAIL-Screeninguntersuchung (Fatigue, Resistance, Ambulation, Illnesses, and Loss of Weight). Personen mit einer FRAIL-Punktzahl von 0 werden als geringes Risiko eingestuft, während jene mit einer FRAIL-Punktzahl von 1–5 zur multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe übergehen. Die endgültige Risikoeinstufung basiert auf dem Ergebnis der multifaktoriellen Bewertung, wobei ein positives Ergebnis bei der Sturzschwere-Screeninguntersuchung andere Einstufungen übersteuert und die Person in die Kategorie „hohes Risiko“ einsortiert. Abkürzungen: FRAIL, Fatigue, Resistance, Ambulation, Illnesses, and Loss of Weight; MFS, Morse Fall Scale.

StufeBedingungAktionEndgültige Risikoeinstufung
Stufe 1Positiver Schweregrad-Test für StürzeZu Stufe 3 übergehenHohes-Risiko-Überschreibung greift.
Negativer Schweregrad-Test für Stürze und mindestens ein MFS-Itemscore ≥25 oder kumulativer MFS-Score ≥25Zu Stufe 3 übergehenEndgültige Risikokategorie wird nach der Beurteilung in Stufe 3 festgelegt, sofern keine übergeordnete Regel gilt.
Negativer Schweregrad-Test für Stürze, kein einzelner MFS-Itemscore ≥25 und kumulativer MFS-Score <25Weiter zu Stufe 2 (FRAIL-Screening)Risikokategorie noch nicht bestimmt.
Stufe 2FRAIL-Score = 0Pfad verlassenNiedriges Risiko zuweisen.
FRAIL-Score = 1–5Zu Stufe 3 übergehenFRAIL bestimmt die Eignung für eine weitere Beurteilung, legt aber nicht die endgültige Risikokategorie fest.
Stufe 3Score der multifaktoriellen Beurteilung 0–20Niedriges Risiko zuweisenEndgültige Klassifizierung, sofern nicht durch die hohe-Risiko-Überschreibung ersetzt.
Score der multifaktoriellen Beurteilung 21–40Moderates Risiko zuweisenEndgültige Klassifizierung, sofern nicht durch die hohe-Risiko-Überschreibung ersetzt.
Score der multifaktoriellen Beurteilung ≥41Hohes Risiko zuweisenEndgültige Klassifizierung.
Endgültige ÜberprüfungMehr als ein Risikokriterium ist erfülltHöhere Risikokategorie anwendenHöheres-Risiko-Prinzip anwenden.

Tabelle 10: Dreistufige Weiterleitung und endgültiger Risikostratifizierungs-Algorithmus. Entscheidungsalgorithmus zur Zusammenfassung des dreistufigen Sturzrisikobewertungswegs, der in diesem Protokoll verwendet wird. Teilnehmende unterziehen sich zunächst der Sturzschwere-Bewertung (Stufe 1). Personen mit positivem Ergebnis bei der Sturzschwere-Bewertung werden direkt zur multifaktoriellen Beurteilung (Stufe 3) weitergeleitet, wobei die Hochrisiko-Übersteuerung angewendet wird. Teilnehmende mit negativem Ergebnis bei der Sturzschwere-Bewertung werden entsprechend der Morse-Fall-Skala (MFS) und der FRAIL-Bewertung weitergeleitet. Die vollständige Bearbeitung aller sechs MFS-Items ist erforderlich. Ein einzelnes MFS-Item mit einer Punktzahl von 25 oder 30 Punkten erfüllt die Weiterleitungs-Schwelle von ≥25 Punkten, da die kumulative MFS-Punktzahl diesen Schwellenwert bereits erreicht hat; andernfalls wird die kumulative MFS-Punktzahl herangezogen. Diese Weiterleitungs-Schwelle ist eine studienspezifische operative Entscheidungsregel innerhalb der standardmäßigen MFS-Punktbewertung und stellt keine separate Risikokategorie-Grenze der MFS dar. Die Standardkategorien der MFS lauten 0–24 (geringes Risiko), 25–44 (mittleres Risiko) und ≥45 (hohes Risiko). Ein positiver Befund bei der Sturzschwere-Bewertung liegt vor, wenn zwei oder mehr Stürze im vergangenen Jahr aufgetreten sind, eine sturzbedingte Verletzung medizinische Versorgung erforderte, ein Aufstehen nach einem Sturz ohne Hilfe nicht möglich war oder ein Bewusstseinsverlust oder ein vermuteter Synkopenanfall aufgetreten ist. Der Algorithmus wurde aus dem Studienprotokoll entwickelt und basiert auf Chen et al.12.

6. Dynamische Neubewertung des Sturzrisikos

  1. Führen Sie eine Sturzrisikoscreening und -beurteilung mindestens einmal jährlich bei allen älteren Erwachsenen durch.
  2. Beurteilen Sie ältere Erwachsene, die in der Gemeinschaft leben und als hochgradig risikobehaftet eingestuft wurden, mindestens einmal alle 6 Monate erneut.
  3. Führen Sie die Sturzrisikoscreening und -beurteilung bei der ersten Krankenhauseinweisung oder ersten Einrichtungsaufnahme des Teilnehmers durch.
  4. Überwachen Sie Teilnehmer, die als hochgradig risikobehaftet eingestuft wurden, täglich.
  5. Beurteilen Sie Teilnehmer, die als hochgradig risikobehaftet eingestuft wurden, innerhalb eines Monats erneut.
  6. Beurteilen Sie den Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden nach einem Sturz erneut.
  7. Beurteilen Sie den Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden nach einer signifikanten Veränderung des Krankheitszustands erneut.
  8. Beurteilen Sie den Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden nach einer relevanten Medikamentenanpassung erneut.
  9. Passt das Interventionsprogramm entsprechend den Ergebnissen der erneuten Beurteilung an.
  10. Befolgen Sie den in Abbildung 1 dargestellten Prozess der erneuten Beurteilung.

Ergebnisse

Studienaufbau und Teilnehmermerkmale

Diese Studie war eine single-center, retrospektive, deskriptive Analyse von prospektiv erhobenen klinischen Daten aus der Implementierung des Behandlungspfads zwischen dem 1. Juni 2023 und dem 31. Dezember 2024. Die Quellpopulation umfasste 350 stationär behandelte Patienten. Eine Stichprobe nach Bequemlichkeit von 152 Fällen wurde zur Analyse ausgewählt. Ein Fall wurde aufgrund unvollständiger persönlicher und Basisdaten ausgeschlossen, sodass 151 vollständige Datensätze zur Analyse verblieben. Die Teilnehmer hatten ein mittleres Alter von 77,66 ± 10,58 Jahren, darunter 106 Männer (70,2 %) und 45 Frauen (29,8 %). Der mittlere Body-Mass-Index (BMI) betrug 23,36 ± 3,14 kg/m2, und die durchschnittliche Gesamtdauer des Krankenhausaufenthalts lag bei 20,91 ± 17,79 Tagen. Die Beurteilungen erfolgten 1,10 ± 0,43 Tage nach der Aufnahme (Spanne: 1–4 Tage). Die Teilnehmer wurden über ambulante Dienste in die Abteilungen für Geriatrie oder Rehabilitationsmedizin aufgenommen. Häufige Hauptdiagnosen waren koronare Herzkrankheit, Hypertonie, Diabetes, chronische Herzinsuffizienz, Emphysem, chronische Cholezystitis, Lungenkrebs und Osteoporose. Der Bildungsgrad und die Wohnsituation vor der Aufnahme wurden nicht erfasst, und ein vollständiges Komorbiditätsprofil stand für die vorliegende Analyse nicht zur Verfügung. Alle 151 Teilnehmer absolvierten den Assessmentspfad und erhielten eine finale Einstufung des Sturzrisikos. Die Charakteristika der Teilnehmer sind in Tabelle 11 zusammengefasst.

MerkmalKategorie/Statistikn% / Zusammenfassung
Alter (Jahre)Mittelwert ± SD15177,66 ± 10,58
GeschlechtMännlich10670,2
Weiblich4529,8
Körpermasseindex (kg/m²)Mittelwert ± SD15123,36 ± 3,14
WohnsitzInstitution151100
HauptpflegepersonJa10468,9
Nein4731,1
Anzahl chronischer ErkrankungenMittelwert ± SD1512,53 ± 1,51
096
13523,2
23623,8
≥37147
Sturz im VorjahrJa1912,6
Zwei oder mehr Stürze im VorjahrJa74,6
Verwendung sturzrisikoerhöhender MedikamenteJa12683,4
Gesamtdauer des Krankenhausaufenthalts (Tage)Mittelwert ± SD15120,91 ± 17,79
Tag der Beurteilung nach AufnahmeMittelwert ± SD (Bereich)1511,10 ± 0,43 (1–4)

Tabelle 11: Teilnehmermerkmale (n = 151). Baseline-Demografika und klinische Merkmale der Studienteilnehmer. Stetige Variablen sind als Mittelwert ± Standardabweichung (SD) angegeben, kategoriale Variablen als Anzahl (n) und Prozentanteil (%). Alle Teilnehmer waren institutionalisierte ältere Erwachsene. Bildungsgrad, Hauptdiagnosen und Aufnahmegrund lagen im Analyse-Datensatz nicht als strukturierte Variablen vor und werden daher im Manuskript beschreibend dargestellt.

Ergebnisse der dreistufigen Risikobewertung und Klassifizierung

Auf Ebene 1 stufte die Kombination aus MFS und dem Screen zur Sturzschwere 94 Teilnehmer (62,3 %) als niedriges Risiko ein und 57 Teilnehmer (37,7 %) als Personen, die einer weiteren Beurteilung bedürfen. Von diesen 57 Teilnehmern hatten 17 ein positives Ergebnis beim Screen zur Sturzschwere und gingen direkt weiter zur Ebene 3. Unter den Teilnehmern mit negativem Ergebnis beim Screen zur Sturzschwere schritten 40 Personen mit moderatem oder hohem MFS-Risiko ebenfalls direkt zur Ebene 3 vor, während 94 Personen mit niedrigem MFS-Risiko Ebene 2 (FRAIL-Screening) durchliefen.

Unter den 94 Teilnehmern, die eine Untersuchung der Stufe 2 durchliefen, zeigten 71 (75,5 %) normale FRAIL-Ergebnisse und schieden als niedriges Risiko aus dem Verlauf aus, während 23 (24,5 %) abnorme FRAIL-Ergebnisse aufwiesen und zur Stufe 3 weiterleiteten.

Insgesamt 80 Teilnehmer unterzogen sich der multifaktoriellen Beurteilung der Stufe 3, darunter 17 mit einem positiven Sturzschwere-Screening, 40 mit einem negativen Sturzschwere-Screening und moderaten oder hohen MFS-Risikowerten sowie 23 mit abnormalen FRAIL-Ergebnissen. Die multifaktorielle Beurteilung stufte 9 Teilnehmer (11,3 %) als geringes Risiko, 23 (28,8 %) als mittleres Risiko und 48 (60,0 %) als hohes Risiko ein. Ein Teilnehmer, der basierend auf der Bewertung der Stufe 3 als mittleres Risiko eingestuft wurde, wies außerdem einen positiven Sturzschwere-Screening auf und wurde daher gemäß der vorab festgelegten Regel zur Risikopräferenz in die Kategorie hohes Risiko eingeordnet.

Der endgültige Pfad klassifizierte 80 Teilnehmer (53,0 %) als niedriges Risiko, 22 (14,6 %) als mittleres Risiko und 49 (32,5 %) als hohes Risiko. Unter den 23 Teilnehmern mit abnormalen FRAIL-Ergebnissen wurden 8 (34,8 %) letztendlich als niedriges Risiko, 10 (43,5 %) als mittleres Risiko und 5 (21,7 %) als hohes Risiko klassifiziert. Der repräsentative Ablauf der Teilnehmer durch den dreistufigen Bewertungspfad sowie die endgültigen Risikoklassifizierungen sind in Abbildung 2 und Tabelle 12 zusammengefasst. Alle während dieser Studie generierten oder analysierten Daten sind in diesem publizierten Artikel enthalten.

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Abbildung 2. Teilnehmerfluss durch den dreistufigen Weg zur Sturzrisikobewertung. Klicken Sie bitte hier, um eine vergrößerte Version dieser Abbildung anzusehen.

Flussdiagramm zur Darstellung der Teilnehmerauswahl und des Fortschritts entlang des dreistufigen Bewertungswegs für Sturzrisiken. Die Quellpopulation, Ausschlüsse, Teilnehmer, die die Bewertung der ersten Stufe abgeschlossen haben, die Weiterleitung zur FRAIL-Screening- oder zur multifaktoriellen Bewertung der dritten Stufe sowie die endgültigen Einstufungen in niedriges, mittleres und hohes Risiko werden dargestellt. Ein Teilnehmer, der basierend auf der multifaktoriellen Bewertung als mittleres Risiko eingestuft wurde, wurde aufgrund eines positiven Ergebnisses beim Sturzschwere-Screening gemäß der vorab festgelegten Regel zur Überstufung in die Kategorie hohes Risiko umklassifiziert. Abkürzungen: FRAIL, Fatigue, Resistance, Ambulation, Illnesses, and Loss of Weight; MFS, Morse Fall Scale.

Stadium / RouteGesamtn%
Geprüfte Datensätze152152100
Ausgewertete vollständige Datensätze15215199,3
Stufe-1-Bewertung151
Fall-Schweregrad-Prüfung positiv1711,3
Fall-Schweregrad-Prüfung negativ + MFS mittel/hoch4026,5
Fall-Schweregrad-Prüfung negativ + MFS niedrig9462,3
Stufe-2-Bewertung94
FRAIL normal7175,5
FRAIL abnormal2324,5
Stufe-3-Bewertung80
Niedriger multifaktorieller Score911,3
Mittlerer multifaktorieller Score2328,8
Hoher multifaktorieller Score4860
Endgültige Risikoklassifizierung151
Geringes Risiko8053
Mittleres Risiko2214,6
Hohes Risiko4932,5

Tabelle 12: Beispielhafter Probandenfluss und Risikoeinstufung. Probandenfluss durch den dreistufigen Bewertungsweg für Sturzrisiken und die sich ergebenden endgültigen Risikoklassifizierungen. Die Prozentangaben wurden für jede Bewertungsstufe separat berechnet, wobei die Anzahl der Probanden, die diese Stufe erreichten, als Nenner diente (Stufe 1, n = 151; Stufe 2, n = 94; Stufe 3, n = 80). Ein Proband wurde aufgrund unvollständiger Daten ausgeschlossen, sodass für die endgültige Analyse 151 Probanden verblieben. Die endgültigen Risikoklassifizierungen wurden gemäß dem im vorliegenden Protokoll beschriebenen vordefinierten dreistufigen Bewertungsalgorithmus zugewiesen.

Diskussion

Die in dieser Studie beschriebene dreistufige Methode zur Sturzrisikobewertung weist mehrere betriebliche Merkmale und praktische Vorteile auf. Erstens kombiniert sie systematisch die MFS, die FRAIL-Skala und die auf CGA basierende multifaktorielle Sturzrisikobewertungsskala mit einer Schweregradbewertung von Stürzen, die aus den World Guidelines for Falls Prevention and Management for Older Adults aus dem Jahr 2022 abgeleitet ist, und etabliert dadurch einen progressiven Bewertungsweg. Zweitens bietet sie im Gegensatz zu Ansätzen, die auf einem einzelnen Sturzrisiko-Screening-Tool basieren, einen klar definierten Arbeitsablauf, der aus einer initialen Risikoscreening, einer ergänzenden Fragilitätsscreening und einer multifaktoriellen Bewertung mit abschließender Risikostratifizierung besteht. Drittens standardisiert das Protokoll die wesentlichen Bewertungsverfahren und verbessert somit die Verfahrenskonsistenz und Reproduzierbarkeit. Dieser Weg wurde vorläufig bei hospitalisierten älteren Erwachsenen angewandt, und die repräsentativen Ergebnisse deuten darauf hin, dass er die Identifizierung von Personen mit moderatem bis hohem Sturzrisiko verbessern könnte, während gleichzeitig eine potenzielle Untererfassung verringert wird. Die diagnostische Leistungsfähigkeit und klinische Nützlichkeit erfordern jedoch eine weitere prospektive Validierung.

Innerhalb des dreistufigen Wegs erfüllt jedes Bewertungsinstrument eine eigene und sich ergänzende Funktion. Der MFS wurde als standardisierter Screening-Test der ersten Stufe ausgewählt, da er häufige Risikofaktoren für Stürze bei stationären Patienten bewertet und eine initiale Risikokategorie liefert9. Die Schweregrad-Bewertung von Stürzen wurde integriert, um klinisch bedeutsame Merkmale früherer Stürze zu identifizieren, darunter wiederholte Stürze, Verletzungen, die medizinische Behandlung erfordern, Unfähigkeit, sich nach einem Sturz selbstständig aufzurichten, sowie Bewusstlosigkeit oder vermutete Synkope; all diese Faktoren können unabhängig vom Gesamtscore des MFS eine Einstufung als Hochrisikopatient rechtfertigen10. Bei Teilnehmenden, die nach der Erstbewertung weiterhin der Niedrigrisikogruppe zugeordnet werden, bietet die FRAIL-Skala eine einfache, selbstberichtete und gerätefreie Beurteilung von Gebrechlichkeit und verminderten physiologischen Reserven11. Teilnehmende, die die vordefinierten Kriterien für die Weiterleitung erfüllen, unterziehen sich anschließend einer mehrfaktoriellen, auf der CGA basierenden Untersuchung, die kognitive, psychologische, krankheitsbedingte, sensorische, medikationsbezogene, persönliche und umweltbedingte, ernährungs- und funktionelle sowie sturzrelevante Gesundheitskompetenzbereiche bewertet, um die endgültige Risikoklassifizierung und individuelle, risikofaktorbezogene Interventionen zu unterstützen12. Demnach werden diese Instrumente sequenziell für die Erstbefragung, ergänzende Weiterleitung und umfassende Charakterisierung eingesetzt und nicht als austauschbare Bewertungswerkzeuge.

Aktuelle internationale Leitlinien betonen die Bedeutung einer multifaktoriellen Beurteilung und individualisierten Intervention bei älteren Erwachsenen mit erhöhtem Sturzrisiko3,5. Das vorliegende Protokoll folgt diesem Grundsatz und beinhaltet eine Fragilitätsscreening als zusätzliche Strategie für Teilnehmer, die anfänglich durch die MFS als niedriges Risiko eingestuft wurden. Unter den 23 Teilnehmern mit abnormalen FRAIL-Ergebnissen wurden 15 im Anschluss nach der Beurteilung der Stufe 3 als mittleres oder hohes Risiko klassifiziert, was darauf hindeutet, dass eine zusätzliche FRAIL-Screening einige Teilnehmer identifizieren könnte, die andernfalls allein aufgrund der initialen MFS-Beurteilung im niedrigen Risikoweg verbleiben würden. Die repräsentativen Ergebnisse zeigten jedoch auch ein verbleibendes mittleres Risiko bei einigen Teilnehmern mit normalen FRAIL-Ergebnissen. Daher sollte die FRAIL-Skala als liefernd betrachtet werden, die zusätzliche Informationen für die Pfadlenkung bereitstellt, anstatt Untererfassung auszuschließen oder die diagnostische Sensitivität des Pfads festzulegen. Ebenso sollte der endgültige Anteil der als niedriges Risiko eingestuften Teilnehmer als Ergebnis des vordefinierten Klassifizierungsalgorithmus interpretiert werden und nicht als erwartete Prävalenz eines niedrigen Sturzrisikos unter hospitalisierten älteren Erwachsenen19,20,21. Insgesamt unterstützt dieses Protokoll die Integration der Sturzprävention in die umfassende geriatrische Beurteilung, während es die Effizienz einer initialen Screening-Strategie beibehält.

Die konsequente Anwendung der Weiterleitungs- und Endklassifizierungsregeln ist entscheidend für die Reproduzierbarkeit des Protokolls. Alle sechs MFS-Items sollten abgeschlossen sein, bevor die Gesamtpunktzahl berechnet und die Weiterleitungs-Schwelle von ≥25 Punkten angewendet wird. Ein einzelnes MFS-Item mit 25 oder 30 Punkten zeigt an, dass die kumulative Gesamtpunktzahl diese Schwelle bereits erreicht hat, und darf nicht als separater Grenzwert für die Risikoklassifizierung interpretiert werden. Ebenso führt ein positiver Schweregrad-Test für Stürze zur Überschreibung des multifaktoriellen Bewertungsergebnisses und zur Einstufung in die Hochrisikokategorie, während ein auffälliges FRAIL-Ergebnis lediglich die Notwendigkeit anzeigt, zur Stufe-3-Bewertung überzugehen, und nicht die endgültige Risikoklassifizierung bestimmt. Wenn aus unterschiedlichen Quellen stammende Informationen widersprüchlich sind oder wenn ein Teilnehmer eine leistungsbezogene Bewertung nicht abschließen kann, sollten die Prüfer die verfügbaren Unterlagen überprüfen, den Grund dokumentieren und die vorgegebenen Bewertungsregeln anwenden, bevor die endgültige Risikokategorie festgelegt wird3,10,12. Diese operativen Schritte stellen zentrale Bestandteile des Protokolls dar und sollen die Konsistenz zwischen den Prüfern während der routinemäßigen klinischen Anwendung verbessern.

Die vorliegende Studie weist mehrere Einschränkungen auf. Sie basiert auf einer Convenience-Stichprobe aus einer einzentralen stationären Population, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränken kann. Da kein unabhängiger Referenzstandard und keine parallele Kontrollgruppe eingeschlossen wurden, konnten die diagnostische Genauigkeit und die präventive Wirksamkeit nicht bewertet werden. Auch eine externe Validierung, die Inter-Rater-Reliabilität, die Kosten-Nutzen-Relation sowie prospektive Sturzereignisse müssen noch untersucht werden. Zudem wurden die individuellen Assessmentszeiten nicht erfasst; daher bleibt die Durchführbarkeit des Protokolls innerhalb von 30 Minuten sowie der Personalbedarf für eine routinemäßige Implementierung noch zu evaluieren. Es sind daher weitere prospektive, multizentrische Studien erforderlich, um die Zuverlässigkeit, diagnostische Leistung, Durchführbarkeit und klinische Nützlichkeit des Behandlungspfads zu bestimmen.

Zukünftige Arbeiten könnten die Integration von Technologien wie künstlicher Intelligenz (AI) und tragbaren Geräten erforschen, um eine dynamische Sturzrisikomonitoring und Frühwarnung zu unterstützen22. Darüber hinaus sind eine weitere Validierung und Anwendung des Protokolls in unterschiedlichen Umgebungen – einschließlich Krankenhäusern, kommunalen Gesundheitsdiensten und Einrichtungen der Langzeitpflege – erforderlich, um praktische Evidenz zu sammeln und die kontinuierliche Optimierung sowie Verfeinerung des Bewertungswegs zu unterstützen. Zusammenfassend bietet dieses dreistufige Sturzrisikobewertungsprotokoll, das auf der umfassenden geriatrischen Assessmentmethode basiert, einen strukturierten Arbeitsablauf zur schrittweisen Identifizierung und Klassifizierung von Risiken bei älteren hospitalisierten Patienten. Das Protokoll standardisiert die Bewertungsverfahren und integriert dabei eine Erstbefragung, eine ergänzende Fragilitätsbewertung sowie eine umfassende multifaktorielle Evaluation in ein einheitliches Rahmenkonzept. Obwohl die Methode ein vielversprechendes klinisches Anwendungspotenzial zeigt, bedarf es weiterer Validierungen hinsichtlich ihrer diagnostischen Leistungsfähigkeit, Durchführbarkeit, Zuverlässigkeit und breiteren Anwendbarkeit, bevor eine flächendeckende Implementierung erfolgen kann.

Offenlegungen

Die Autoren erklären, dass sie keine konkurrierenden Interessen haben.

Danksagungen

Diese Arbeit wurde durch den Hangzhou Health Science and Technology Plan (Zuschussnummer ZD20230125) unterstützt.

Materialien

Liste der in diesem Artikel verwendeten Materialien
NameUnternehmenKatalognummerKommentare
Sessel mit ArmlehnenLokal beschaffte KrankenhausmöbelNicht zutreffendSitzhöhe 46 cm; Armlehnenhöhe 21 cm. Wird für den 3-m-Timed-Up-and-Go-Test verwendet.
Barthel-Index, chinesische VersionNicht zutreffendChinesische 10-Item-, 100-Punkte-Version (Hou et al., 2012)Wird zur Beurteilung der funktionellen Abhängigkeit eingesetzt.
Sessel ohne ArmlehnenLokal beschaffte KrankenhausmöbelNicht zutreffendSitzhöhe 46 cm. Wird für den Fünfmal-Aufsteh-Test verwendet.
Sturzrisikobewertungsskala für ältere Erwachsene, chinesische VersionNicht zutreffendChen et al. (2024)Veröffentlichtes Bewertungsinstrument, verwendet für die Bewertung der dritten Stufe.
FRAIL-Skala, chinesische VersionNicht zutreffendWei et al. (2018), chinesische VersionWird für die Frailty-Screening der zweiten Stufe verwendet.
HandgriffkraftmesserYiwu HuajuHJ-101Wird zur Messung der Handgriffkraft verwendet. Der höhere Wert beider Hände wird notiert.
Körperhöhen- und GewichtsmesswaageZhejiang QidaQD-602Wird zur Messung von Körpergröße und Gewicht für die BMI-Berechnung verwendet.
Erhebungsformulare (Bewertungsbogen)Studienkrankenhaus (lokal beschafft)Papierne Bewertungsbögen; ein Bogen pro Teilnehmer; keine Versionsnummer oder Änderungsdatum verfügbarNotwendig zur Dokumentation der Bewertungsergebnisse im gesamten Protokoll.
Mini-Cog, chinesische VersionStudienkrankenhausLokale chinesischsprachige Version, verwendet in der geriatrischen Gesamtbewertung des Krankenhauses; keine separate Versionsnummer dokumentiertDie sofortige Wortregistrierung wurde nicht bewertet. Die verzögerte Erinnerung wurde mit 0 bis 2 Punkten bewertet, die Uhrzeichnung mit 0 bis 3 Punkten, was zu einer Gesamtpunktzahl von 0–5 Punkten führte.
Morse-Fall-Skala (MFS), chinesische VersionNicht zutreffendChinesische Version, übersetzt von Zhou Jungui (2010) und 2012 validiertSechs-Item-Screening-Instrument zur Sturzrisikobewertung, ohne lokale Modifikation verwendet.
Numerische Ratingskala (NRS-11), chinesische VersionNicht zutreffend0–10 Numerische RatingskalaWird zur Beurteilung der aktuellen Schmerzintensität verwendet.
PapierStudienkrankenhaus (lokal beschafft)Nicht zutreffendWird zur Dokumentation der Bewertungsergebnisse verwendet.
KugelschreiberStudienkrankenhaus (lokal beschafft)Nicht zutreffendWird zur Dokumentation der Bewertungsergebnisse verwendet.
MaßbandDeli GroupJDDLXC1412Nicht elastisches Maßband zur Messung des Wadenumfangs.
Stoppuhr (digital)Shenzhen YishengYS-802Wird für den Fünfmal-Aufsteh-Test, den Timed-Up-and-Go-Test und die Standhaltungsstabilitätsprüfungen verwendet.
Markierung für Gehstrecke (3 m)Lokal beschafftNicht zutreffendWird zur Markierung der 3-m-Distanz für den Timed-Up-and-Go-Test verwendet.
WHO-Klassifikation der HörbeeinträchtigungWeltgesundheitsorganisationWorld Report on Hearing (2021)Wird zur Klassifizierung der Hörbeeinträchtigung während der Untersuchung verwendet.
WHO-Klassifikation der SehbeeinträchtigungWeltgesundheitsorganisationICD-11 / WHO (2023)Wird zur Klassifizierung der Sehbeeinträchtigung während der Untersuchung verwendet.

Referenzen

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