15.7
Aldehyde oder Ketone werden in säurekatalysiertem Zustand einer α-Halogenierung unterzogen, um ein monohalogeniertes Produkt zu erhalten.
Hier wird der C=O-Sauerstoff zunächst von der Säure protoniert, um ein resonanzstabilisiertes Kation zu bilden. Das Kationenzwischenprodukt wird dann am α Kohlenstoff deprotoniert, um das Enol-Tautomer zu erhalten.
Da die elektronenfreisetzende -OH-Gruppe die C=C-Bindung stark nukleophil macht, greift die Doppelbindung schnell ein elektrophiles Halogenmolekül an, um ein monohalogeniertes Carbokation zu bilden.
Schließlich ergeben sich durch die Deprotonierung der Karbokation die α-Halo-Aldehyde oder Ketone.
Das Vorhandensein eines elektronenentziehenden Halogenatoms verringert die Reaktivität des C=O-Sauerstoffatoms und verhindert so eine Mehrfachhalogenierung.
Ferner kann die als Nebenprodukt gebildete Säure den ersten Schritt der Enolisierung katalysieren, wodurch die Reaktion autokatalytisch wird.
Die säurekatalysierte α-Halogenierungsreaktion ist nützlich, um Ketone über E2-Eliminierungsreaktionen in α.β-ungesättigte Ketone umzuwandeln und so eine neue π Bindung zu erzeugen.
Durch Ersetzen eines α-Wasserstoffs durch ein Halogen führt die säurekatalysierte α-Halogenierung von Aldehyden oder Ketonen zu einem monohalogenierte…
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