Die Haut ist das größte und lebenswichtigste Organ des Körpers und dient als Schutzbarriere gegen Schadstoffe und beugtgleichzeitig Wasserverlust vor 1. Gleichzeitig bietet das Auftragen von Medikamenten auf und durch die Haut eine Vielzahl von Vorteilen. Im Vergleich zu Injektionen und oraler Verabreichung erhöht die kutane Verabreichung die Compliance des Patienten und vermeidet den First-Pass-Metabolismus in der Leber2. Insbesondere bei Hauterkrankungen zeichnen sich kutan verabreichte Formulierungen dadurch aus, dass sie eine lokalisierte Wirkung erzielen und die systemische Exposition verringern3. Die nahezu undurchlässige Beschaffenheit der Haut stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung für eine erfolgreiche kutane Entbindungdar 4. Die menschliche Haut besteht aus drei verschiedenen Schichten: der Epidermis, der Dermis und der Hypodermis4. Die Epidermis ist die äußere Hautschicht und kann weiter in verschiedene Unterschichten unterteilt werden, wobei das Stratum corneum die äußerste Schicht ist, die hauptsächlich aus Keratinozyten besteht. Das Stratum corneum fungiert als prominente Permeationsbarriere für die meisten Moleküle und hemmt ihren Transport in tiefere Hautschichten5. Diese Barrierefunktion ergibt sich aus dem Vorhandensein von Korneozyten, die in eine dicht gepackte Lipidanordnung eingebettet sind, die hauptsächlich aus Phospholipiden, Sterolen und Ceramiden besteht und oft als Ziegel- und Mörtelstruktur bezeichnet wird6. Um diese Hautbarriere zu überwinden, wurden chemische Permeationsverstärker (CPEs) eingesetzt, um Makromoleküle zu transportieren, da sie die Struktur des Stratum corneum stören, indem sie mit den darin vorhandenen Lipiden und Proteinen interagieren7.
Ionische Flüssigkeiten (ILs) haben sich als CPEs der nächsten Generation herauskristallisiert8. Diese bestehen aus sperrigen organischen Kationen und Anionen, die asymmetrisch angeordnet sind und durch schwache, ungerichtete ionische Wechselwirkungen koordiniertwerden 9. Aufgrund dieser schwachen intermolekularen Kräfte liegen ILs als Flüssigkeiten unterhalb von 100 °C vor und sind nicht in der Lage, sich in eine wohldefinierte Kristallstruktur zu packen10. ILs sind hochgradig abstimmbar, da ihre Wirksamkeit stark von der Wahl der Kationen oder Anionen und dem stöchiometrischen Verhältnis zwischen diesen Ionen abhängt. Daher haben sie eine hohe Solubilisierungs- und Stabilisierungskapazität für Arzneimittel mit unterschiedlichen Hydrophobien11. ILs dienen den einzigartigen Eigenschaften sowohl von Lipiden als auch von Polymeren, indem sie eine verzögerte Freisetzung bzw. Verkapselung von Makromolekülen ermöglichen12.
Biokompatible ILs auf Basis von Cholin und Geraninsäure (CAGE), die in einem stöchiometrischen molaren Verhältnis von 1:2 vorliegen, haben bedeutende Anwendungen bei der transdermalen Verabreichung sowohl hydrophiler als auch hydrophober Verbindungen. Es wurde berichtet, dass CAGE die transdermale Abgabe von Proteinen (Insulin13) und Nukleinsäuren (siRNA14) signifikant verbessert. CAGE wird durch Salzmetathesereaktion zwischen Cholinbicarbonat und Geraninsäure hergestellt, wobei CO2 als Nebenprodukt15 entsteht. Die Salzmetathesereaktion bietet die direkte, schnelle und hochselektive Bildung neuer Verbindungen durch Ionenaustausch unter milden Bedingungen. Generell mangelt es an leicht verständlichen Workflows für die Entwicklung und Evaluierung von CAGE IL. Daher stellen wir hier einen solchen Workflow zur Verfügung, der jede Phase der CAGE-Vorbereitung detailliert beschreibt, um Forschern mit unterschiedlichem Hintergrund den Zugang zu diesem Forschungsraum zu ermöglichen.