Plasma, die zellfreie Komponente des Blutes, bietet eine minimalinvasive und reichhaltige biomolekulare Informationsquelle und eignet sich daher ideal zur Untersuchung systemischer Erkrankungen. Das Aufkommen hochdurchsatz-proteomischer Technologien hat die Plasmaanalyse revolutioniert, indem sie die großflächige Identifikation und Quantifizierung zirkulierender Proteine ermöglicht. Diese Fortschritte haben die Entdeckung von Biomarkern für frühzeitige Diagnose, Prognose und therapeutische Zielsetzung verschiedener Erkrankungen, einschließlich Krebs und entzündlicher Erkrankungen, ermöglicht. Die inhärente Komplexität des Plasmas sowie inkonsistente Probenvorbereitungs- und Analysemethoden haben jedoch historisch die Abdeckung und Reproduzierbarkeit des Proteoms eingeschränkt. Frühe Ansätze, die auf Rohplasmaanalysen setzten, litten oft unter schlechter Konsistenz und signifikanten Chargeneffekten, was zuverlässige Vergleichsstudien zwischen klinischen Kohorten erschwerte.
Um diese Einschränkungen zu überwinden, führt die aktuelle Studie einen robusten und skalierbaren Plasma-Proteomik-Workflow ein. Das Protokoll integriert wichtige vorbereitende Schritte wie Immundepletion, Molekulargewichts-Cutoff-Filtration, Lyophilisierung, Proteinquantifizierung und -normalisierung, enzymatische Verdauung und LC-MS/MS-Profiling. Diese optimierte Strategie verbessert die Proteomtiefe erheblich und verringert die Variabilität, wodurch eine genauere und reproduzierbarere differentielle Proteinexpressionsanalyse zwischen Krankheitsfällen und gesunden Kontrollpersonen ermöglicht wird. Der Workflow bietet Forschern eine wertvolle Plattform, die hochwertige proteomische Daten aus dem Plasma erzeugen und letztlich zur Weiterentwicklung biomarkergesteuerter Diagnostik und personalisierter Medizin beitragen möchte.