11. Oktober 2024
Dieses Protokoll beschreibt eine Methode, um in vivo Einzelneuronen-Aufzeichnungen mit hoher Dichte aus dem Hirnstamm von kopffixierten Mäusen zu erhalten. Dieser Ansatz wird eingesetzt, um das Aktionspotentialfeuer von Neuronen im ventrolateralen periaquäduktalen Grau - einer Hirnstammregion, die während des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) inaktiv ist - vor und während der Vollnarkose zu messen.
Unser Labor untersucht die Auswirkungen von häufig verwendeten Anästhetika auf schlafbezogene Neuronen und ihre Kommunikationswege. Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich Anästhetika auf endogene Schlafbahnen auswirken und den perioperativen Schlaf und die Kognition beeinflussen. Kürzlich haben wir die anatomischen Substrate für einige der Schlafveränderungen identifiziert, die durch bestimmte Arten von Vollnarkose verursacht werden.
Dazu verwendeten wir genetisch veränderte Mäuse, bei denen c-Fos, ein Marker für die neuronale Aktivierung, endogen exprimiert wird. Mit dieser neuen Technik werden wir jedoch in der Lage sein, die zelluläre Erregbarkeit in Gruppen von Neuronen im Hirnstamm, die mit dem Schlaf verbunden sind, direkt zu messen. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber der einfachen Quantifizierung der c-Fos-Expression als Surrogatmarker für die neuronale Aktivierung.
Unser nächster Schritt wird darin bestehen, die zellulären und molekularen Mechanismen zu untersuchen, die den Schlafveränderungen zugrunde liegen, die durch bestimmte Arten von Vollnarkosemitteln induziert werden. Dazu gehört die Messung der zellulären Erregbarkeit in Hirnstammneuronen, die mit dem Schlaf assoziiert sind, mit Hilfe von Neuropixelsonden sowie die Verwendung räumlicher transkriptomischer Ansätze, um die Expression von Genen, die mit dem Schlaf in Verbindung stehen, in diesen Bereichen zu quantifizieren und zu kartieren.
Diese Studie stellt ein Protokoll zur Gewinnung in vivo von hochdichten Einzelneuronen-Aufzeichnungen aus dem Hirnstamm von fixierten Mäusen vor. Die Methodik wird verwendet, um die Aktionspotentialfeuern von Neuronen im ventrolateralen periaquäduktalen Grau zu bewerten, insbesondere während einer Vollnarkose und deren Auswirkungen auf die aktivitätsbezogenen Schlafneuronen.
Mit Ableitungen einzelner Neuronen in hoher Dichte aus tiefen Hirnstammregionen bei fixierten Mäusen ist eine direkte, quantitative Beurteilung der neuronalen Erregbarkeit möglich, die für Schlaf- und Anästhesiemechanismen relevant ist. Dieser Ansatz erhöht die Vorhersagesicherheit bei der Zielstrukturvalidierung für die Entdeckung neuroaktiver Verbindungen, insbesondere wenn tiefe Hirnstrukturen beteiligt sind. Ein zuverlässiger Zugang zum ventrolateralen periaquäduktalen Grau (vlPAG) unterstützt die translationale Kontinuität von der mechanistischen Untersuchung bis hin zur Entwicklung präklinischer Modelle in der Arzneimittelentwicklung für das zentrale Nervensystem.
Diese Methode integriert sich in den Übergang von der Entdeckung zur präklinischen Phase, indem sie die direkte Messung neuronaler Aktivität in tiefen Hirnregionen ermöglicht und sowohl die Zielvalidierung als auch translationsmedizinische Forschung in der Entwicklung von Wirkstoffen für das zentrale Nervensystem unterstützt.