Repräsentative REM-Bilder von PLGA-Mikropartikeln und -nanopartikeln, die mit diesem Protokoll hergestellt wurden, sind in Abbildung 2a und 2b dargestellt. Die Partikel erscheinen als einzelne, nicht verschmolzene Kugeln mit glatter Oberflächenmorphologie und weisem Größenspektrum, das sich über die gesamte Probe erstreckt.
Um den durchschnittlichen Durchmesser jeder Charge zu bestimmen, werden Messungen direkt an den REM-Bildern mithilfe der „Messen“-Funktion in ImageJ durchgeführt. Es sollten mindestens 150 Messungen des Durchmessers zufällig aus dem Sichtfeld ausgewählter Partikel durchgeführt werden, um eine repräsentative Größenverteilung zu erhalten. Die durchschnittliche Größe einer Partikelcharge hängt von den Formulierungsparametern ab. Beispielsweise wurden in Abbildung 2a Mikropartikel (durchschnittlicher Durchmesser von 730 nm±370) mit 1 ml Lösungsmittel pro 100 mg PLGA hergestellt, wobei 0,05 % Vitamin E-TPGS in der Emulgierphase verwendet wurde, während in Abbildung 2b Nanopartikel (durchschnittlicher Durchmesser von 340 nm±70) mit 4 ml Lösungsmittel pro 200 mg PLGA hergestellt wurden, wobei der hydrophobe Wirkstoff Camptothecin eingeschlossen und 0,3 % Vitamin E-TPGS in der Emulgierphase eingesetzt wurde (die vollständigen Formulierungsparameter sind in der Bildunterschrift beschrieben). Allgemein führt eine höhere Emulgierstoffkonzentration zu kleineren Partikeln, wobei durch Variation der Emulgierstoffkonzentration von 0,3–0,01 % durchschnittliche Durchmesser im Bereich von 220–2.000 nm erzielbar sind (Abbildung 3).
Unsere Ausbeuten liegen im Bereich von 74–98 % (22 Partikelchargen mit variierenden Lösungsmitteln, Emulgatoren und Emulgierungsbedingungen, hergestellt von einem einzigen Experimentator). Höhere Ausbeuten können bei größeren Partikeln (>150 nm) beobachtet werden, da kleine Nanopartikel während der Zentrifugation und der Waschschritte leicht verlorengehen, insbesondere wenn das Waschüberstandvolumen vom Pellet abgegossen wird. Sorgfältiges Pipettieren der Flüssigkeit kann helfen, dieses Problem zu vermeiden. Höhere Drehzahlen und/oder längere Zentrifugationszeiten können die Ausbeute ebenfalls verbessern, indem sie einerseits die Sammlung des ultrakleinen Nanopartikelfraktion verbessern und andererseits das Pellet verdichten, sodass weniger Partikel im Waschschritt verlorengehen. Das hier beschriebene Protokoll konzentriert sich auf die Herstellung von Partikeln mit TPGS als Emulgator und EtAc als Lösungsmittel; jedoch sind alternative Lösungsmittel und/oder Emulgatoren möglich. Im Allgemeinen stellen wir fest, dass EtAc kleinere und gleichmäßigere Nanopartikel erzeugt als DCM (z. B. Durchmesser von 540 nm±190 gegenüber 2.160 nm±1.530 für EtAc beziehungsweise DCM, 100 mg/ml PLGA im Lösungsmittel, emulgiert in 2 ml 0,1 % TPGS), vermutlich weil EtAc wasserlöslich ist, während DCM es nicht ist. PVA ist ein weit verbreiteter Emulgator, der sowohl von uns als auch von anderen Arbeitsgruppen umfassend eingesetzt wurde. Wir haben beobachtet, dass Nanopartikel, die aus verschiedenen Chargen kommerziell erhältlichen PVA hergestellt wurden, variieren können. Daher empfiehlt es sich, wenn möglich, dieselbe PVA-Charge zu verwenden, um die Reproduzierbarkeit zu verbessern. Nach unseren Erfahrungen ist PVA bei weitaus höheren Konzentrationen ein wirksameres Emulgiermittel als TPGS (z. B. Durchmesser von 140 nm±48, 100 mg/ml PLGA in DCM, emulgiert in 2 ml 5 % PVA).
Die Charakterisierung von Nanopartikeln mittels REM kann aufgrund von Unterschieden in der Ausrüstung und im Abbildungsverfahren herausfordernd sein. Daher ist es wichtig, morphologische Merkmale, die auf Probleme bei der Partikelbildung hinweisen, von Artefakten zu unterscheiden, die unbeabsichtigt während der Abbildung entstehen. Das Verschmelzen (Abbildung 4a und 4b), das Einbuchen (Abbildung 4c) oder das Aufreißen (Abbildung 4f) von Partikeln wird manchmal in REM-Aufnahmen beobachtet. Solche Artefakte deuten manchmal auf schlecht gebildete Partikel hin (z. B. in Abbildung 4a war die Emulgator-Konzentration zu hoch, um diskrete Partikel zu bilden), können aber auch durch Artefakte entstehen, die durch die Charakterisierungsmethode verursacht werden (z. B. in Abbildung 4b wurde die Probe während der Sputter-Beschichtung erhitzt, und in Abbildung 4c veränderte eine lokale Erwärmung durch den REM-Strahl die Oberflächenmorphologie der Partikel während der Aufnahme). Um Abbildungsartefakte zu vermeiden, sollte die Sputter-Beschichtungszeit minimiert und die Strahlleistung niedrig gehalten werden. Glattere Morphologien werden bei längeren Sputter-Zeiten beobachtet; dies kann jedoch zu einer Verschmelzung der Partikel führen. Zu kurze Sputter-Zeiten können die Aufnahme erschweren, da die Partikel sich aufladen und während der Bildaufnahme bewegen können. Eine schnelle Aufnahme hilft, eine längere Bestrahlung und Bildverzerrungen zu vermeiden (Abbildung 4d und 4e). Hohe Strahlbelastungen können ebenfalls zu einer Ausdehnung und Rissbildung der Nanopartikeloberfläche führen (Abbildung 4f). Falls morphologische Artefakte nicht durch Anpassung der Charakterisierungsparameter minimiert werden können, ist es möglich, dass sie echte Probleme mit den Nanopartikeln selbst widerspiegeln. Während des Herstellungsprozesses kann das Verschmelzen durch Überhitzung infolge hoher Ultraschallleistung, unvollständige Verdampfung des Lösungsmittels, unvollständige Resuspension während der Waschphase oder fehlgeschlagene Lyophilisierung verursacht werden.

Abbildung 1. Schematische Darstellung der Herstellung von Nanopartikeln. Klicken Sie hier, um die Abbildung in größerer Auflösung anzusehen.

Abbildung 2. REM-Aufnahmen und zugehörige Größenverteilungen von PLGA-Mikropartikeln und -nanopartikeln, hergestellt mittels der Einzel-Emulsionsmethode. In (A) wurden Partikel durch Emulgieren von 100 mg PLGA, gelöst in 1 ml Ethylacetat, in 2 ml 0,05 % Vitamin E-TPGS gebildet und in 45 ml 0,01 % Vitamin E-TPGS gehärtet. Die entsprechende Größenverteilung ist in (C) dargestellt. In (B) wurden Partikel durch Emulgieren von 200 mg PLGA und 40 mg Camptothecin, gelöst in 4 ml Ethylacetat, in 4 ml 0,3 % Vitamin E-TPGS gebildet und in 90 ml 0,3 % Vitamin E-TPGS gehärtet. Die entsprechende Größenverteilung ist in (D) dargestellt. Klicken Sie hier, um die Abbildung in größerer Auflösung anzusehen.

Abbildung 3. Die Partikelgröße hängt von der Emulgator-Konzentration ab. Eine Erhöhung der Vitamin-E-TPGS-Konzentration führte zu kleineren Nanopartikeln. Gezeigt sind die mittleren Durchmesser und entsprechende REM-Bilder von Partikeln, die durch Emulgieren von 100 mg PLGA, gelöst in 1 ml Ethylacetat, in (A) 0,01 %, (B) 0,05 %, (C) 0,1 % oder (D) 0,3 % Vitamin E-TPGS hergestellt wurden und in 45 ml 0,3 %iger Vitamin-E-TPGS-Lösung gehärtet wurden. Die Fehlerbalken stellen die Standardabweichung von 200 Durchmesser-Messungen aus 2 Bildern einer einzelnen Charge dar. Die Maßstabsbalken entsprechen 5 μm (A–C) bzw. 200 nm (D).Klicken Sie hier, um das Bild in größerer Auflösung anzusehen.

Abbildung 4. Mit REM beobachtete Oberflächenmorphologie-Artefakte. In (A) waren starke Verschmelzungen und blattartige Strukturen im gesamten Probenbereich vorhanden. Die Konzentration von Vitamin E-TPGS war zu hoch (1 %), um diskrete Partikel zu bilden. In (B) waren einige Probenbereiche verschmolzen, es existierten jedoch große Bereiche mit diskreten Nanopartikeln, insbesondere dort, wo Lücken in der Sputterbeschichtung vorlagen. Wir vermuten, dass diese Verschmelzungsartefakte durch Erwärmung während des Sputterbeschichtungsprozesses verursacht wurden. In (C) erschienen die Partikel anfangs glatt, doch eine längere Bestrahlung der Probe mit dem REM-Strahl führte zu Dellenbildung und Wellenbildung. (D) zeigt eine Aufnahme mit geringer Auflösung, die mit minimaler Bestrahlung der Probe durch den REM-Strahl aufgenommen wurde; die Partikel erscheinen glatt mit runder Morphologie. In (E) wurde dieselbe Probe länger bestrahlt, wodurch eine deutliche Verzerrung der ursprünglichen Morphologie sichtbar wird. In (F) führte eine lange Bestrahlung bei hoher Spannung (12 kV) zu Erwärmung und Rissbildung der Partikel. Hier klicken, um die Abbildung in größerer Ansicht zu sehen.