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31.1: Was ist Natürliche Selektion?
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Was ist Natürliche Selektion?
 
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31.1: Was ist Natürliche Selektion?

Die natürliche Selektion ist ein evolutionärer Prozess, bei dem sich Individuen mit überlebensfördernden Eigenschaften in höheren Raten reproduzieren. Diese günstigen Eigenschaften werden innerhalb einer Population oder einer Art immer häufiger. Natürlich selektierte Eigenschaften entstehen zunächst durch zufällige genetische Mutationen. Damit eine Selektion stattfinden kann, muss es innerhalb einer Population eine Veränderung geben, die Eigenschaft, welche die Veränderung bewirkt, muss vererbbar sein, und es muss einen evolutionären Vorteil für die Veränderung der Eigenschaft geben.

Die Theorie der natürlichen Selektion

Natürliche Selektion ist ein Phänomen, das Individuen begünstigt, die besser an ihre Umwelt angepasst sind. 1859 beschrieb Charles Darwin diesen Prozess in seiner Publikation Über die Entstehung der Arten:

Aufgrund dieses Überlebenskampfs wird jede noch so geringfügige und aus welchem Grund auch immer verlaufende Abweichung, wenn sie für ein Individuum einer beliebigen Art in irgendeinem Maße vorteilhaft ist, in ihren unendlich komplexen Beziehungen zu anderen organischen Wesen und zur äußeren Natur zur Erhaltung dieses Individuums beitragen und im Allgemeinen an seine Nachkommen vererbt werden. Die Nachkommen haben so eine bessere Chance, zu überleben, weil von den vielen Individuen jeder Art, die periodisch geboren werden, nur eine kleine Anzahl überleben kann. Ich bezeichne dieses Prinzip, bei dem jede kleine Veränderung, die wenn sie nützlich ist vererbt wird, durch den Begriff der natürlichen Auslese, um das Verhältnis zu der Selektionskraft des Menschen zu kennzeichnen.

Bemerkenswert ist auch, dass der Ausdruck "Überleben des Stärksten", der im Zusammenhang mit der natürlichen Auslese häufig verwendet, oft falsch auf Darwin zurückgeführt wird. Er wurde nämlich von seinem Zeitgenossen Herbert Spencer geprägt. Darwin hat diese Formulierung später lediglich in seine Werke übernommen.

Zur Zeit der Einführung seiner Evolutionstheorie der natürlichen Selektion wusste Darwin nicht, dass die vererbbaren Merkmale, auf die die Selektion einwirkt, Gene sind. Dieses Wissen wurde darauf bald durch Gregor Mendel bekannt, als er 1865 seine "Versuche über Pflanzenhybriden" veröffentlichte und damit die Welt in die Genetik einführte.

Bedingungen der natürlichen Selektion

Damit eine natürliche Selektion stattfinden kann, muss es eine Veränderung einer Eigenschaft geben. Schneeschuhhasen zum Beispiel sind in den Frühlings- und Sommermonaten braun, bekommen aber im Winter ein weißes Fell. Es muss auch einen evolutionären Vorteil für diese Eigenschaft geben; Hasen, die die Farbe ihres Fells nicht verändern und braun bleiben, sind für Raubtiere im Schnee leichter sichtbar und haben daher eine geringere Wahrscheinlichkeit zu überleben und sich fortzupflanzen. Die dritte Bedingung ist, dass das Merkmal vererbbar sein muss. Bei den Schneeschuhhasen ist es die Veränderung an einer einzigen Stelle des Agouti-Gens, auf die sich die natürliche Selektion auswirkt.

Interessanterweise gibt es einige Hinweise darauf, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schneesaison den Selektionsdruck verschiebt; in einigen Hasenpopulationen gibt es wieder Individuen, die das braune Fell das gesamte Jahr beibehalten. Dieser Prozess, der typischerweise über viele Generationen innerhalb einer Population stattfindet, wird als adaptive Evolution bezeichnet.


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