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28.8: Schlüsselarten
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28.8: Schlüsselarten

Maße für die Artenvielfalt, wie zum Beispiel der Artenreichtum (d.h. die Anzahl der Arten) und Artenverteilung (d.h. ihre relative Häufigkeit), beschreiben die Struktur einer ökologischen Gemeinschaft. Viele Faktoren beeinflussen die Gemeinschaftsstruktur, dazu gehören abiotische Faktoren (z.B. Sonnenlicht und Nährstoffe), Störungen (z.B. Feuer oder Überschwemmung), Wechselwirkungen der Arten (z.B. räuberisches Verhalten oder Wettbewerb) und Zufallsereignisse (z.B. Invasion fremder Arten). Bestimmte Arten, wie z.B. Schlüsselarten, spielen auch eine zentrale Rolle in der Struktur einer Gemeinschaft.

Schlüsselarten haben im Verhältnis zu ihrer Häufigkeit einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Gemeinschaftsstruktur. Die Schlüsselarten üben von oben herab Kontrolle über Organismen der unteren trophischen Ebene aus und reduzieren die Ausbeutung der Ökosystemressourcen durch diese Organismen. Der Pisaster ochraceus ist ein Seestern aus der Ordnung der Zangensterne und ist eine Schlüsselart, die die Biodiversität des Seetang-Ökosystems an der Pazifikküste der USA beeinflusst. Wenn der Seestern entfernt wird, erhöht sich die Population seiner Beutetiere (Muscheln). Wenn dem nicht Einhalt geboten wird, überrennen die Muscheln die Gemeinschaft und verdrängen andere Organismen, was die Zusammensetzung der Gemeinschaftsarten verändert und die Artenvielfalt verringert.

Schlüsselarten zu erkennen ist wichtig für die Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen. Der nordamerikanische Wolf ist eine Schlüsselart, welche die Biodiversität des Greater Yellowstone Ecosystem (GYE) beeinflusst. Anfang 1900 jagten die Menschen den Wolf und brachten ihn fast zur Ausrottung da Viehzüchter befürchteten der Wolf würde auch das Vieh angreifen. Da der Mensch das primäre Raubtier der Elche auslöschte, stieg die Population der Elche stark an. Die Überweidung führte zur Zerstörung der Lebensräume anderer Organismen und veränderte abiotische Faktoren, wie die Stabilität von Bachufern und den Nährstoffkreislauf. Als die Wölfe wieder im GYE angesiedelt wurden, erholte sich das Ökosystem weitgehend.

Die Schlüsselarten bewahren das Gleichgewicht und sichern oft die Existenz einer Gemeinschaft. Es gibt jedoch auch andere ökologische Funktionen, die sich ebenfalls auf die Struktur der Gemeinschaft auswirken. Zum Beispiel sind die Basisarten (z.B. Seetang) lebensraumbildende Organismen, die ein Ökosystem unterstützen, während dominante Arten (z.B. Muscheln) die am häufigsten vorkommenden Organismen in einer Gemeinschaft sind. Das Wissen der Ökologen über die Rolle der verschiedenen Organismen in einem Ökosystem ermöglicht effektivere Erhaltungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen.


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